DIE GBB-OFENKARTOFFEL
LIFEHACK

Das Problem

GBB Spieler kennen es, im Herbst fängt es manchmal schon an, spätestens wenn der Winter vor der Tür steht und die Temperaturen unter 5 Grad Celsius fallen macht so manche Gas-Airsoft Probleme, Cooldowns bevor die Hälfte des Mags verschossen ist, bis hin zum Totalausfall.

Der Plan

Meine persönliche Lösung, um meine Backup G17 GBB zu nutzen war sehr einfach, und mit der Zeit habe ich das Konzept verfeinert. Aber beginnen wir von Anfang an.

Viele kennen es, einige haben es Zuhause, und die Frauen lieben es. Die Rede ist von „Mehrweg“ – Handwärmern, diese kleinen Pakete mit einer Flüssigkeit gefüllt und einem meist runden Metallplättchen. Knickt man das Metallplätchen erfolgt eine chemische Reaktion und die Flüssigkeit erhärtet sich, wobei Wärme abgegeben wird. Je nach Qualität des Handwärmers kann diese Wärme bis zu 10 Stunden und länger halten. Nach Gebrauch müssen diese Pakete „nur“ einmal in kochendem Wasser gebadet werden um wieder einsatzbereit zu sein.

Der Plan war also einfach, Magazintasche auf, Handwärmer „aktivieren“ und in die Magazintasche stecken, das Gasmagazin dazu und losgehts. Die Magazine werden in der Tasche schön mollig warm gehalten und wenn sie dann geladen werden ist eine deutlich erhöhte Schusszahl zu leisten als mit Gasmags die der kalten Außentemperatur ausgesetzt sind.

Mit der Zeit habe ich versucht, die „Wärmeausbeute“ zu verlängern, in dem ich die Magazintaschen mit Teilstücken einer Rettungsdecke aus dem handelsüblichen Kfz Verbandkasten ausgekleidet habe. In die Folie kommt dann das Wärmepaket und dann das jeweilige Magazin. Die produzierte Wärme kann dann nur noch in Richtung der Magazintaschenöffnung entweichen, und nicht wie vorher zu allen Seiten.

Das benötigte Material

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  • Magazintasche
  • Handwärmer in passender Größe, je zwei pro Magazintasche
  • Rettungsdecke und/oder Alufolie
  • Gummibänder
  • Gripgummi oder Griptape
  • Schere
  • eine Brotbox oder ähnliches (nicht im Bild)

Bauanleitung

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Als erstes schneiden wir uns ein Stück von der Rettungsdecke ab, mindestens in der doppelten Länge eines Wärmepakets.

 

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Als nächstes legen wir ein Wärmepaket auf die Silberne Seite der Rettungsdecke, und legen ein Magazin obendrauf.

 

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Auf das Magazin wird das zweite Wärmepaket gelegt.

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Die Rettungsdecke wird umgeschlagen.

 

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Das ganze so umwickeln, dass bis auf die Öffnung alles abgedeckt ist.

 

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Als nächstes ein Gummiband benutzen, um das ganze zu fixieren.

 

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Fertig ist unsere erste “Ofenkartoffel”.

 

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Das “Ofenkartoffel-Wärmepaket” dann in einer Magazintasche unterbringen.

 

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Fertig für den Einsatz.

 

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Bei meiner Kombination passen zwei G17 GBB Magazine in ein M4/M16 Magpouch.

 

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Bei der Verwendung von Schnellzieh-Hilfen wie zB. Speedplates können die Magazine sehr tief verstaut werden.

Warum die silberne Seite nach innen? Einige behaupten es ist egal welche Seite man nimmt, andere meinen, die silberne Seite reflektiert Wärme. Beide Aussagen haben mich dazu bewegt die Rettungsdecke mit der silbernen Seite nach innen zu legen.

Bei den Handwärmern gibt es verschiedene Varianten, ich empfehle vor allem nach den Abmessungen eurer Magazintaschen zu gehen, und dann in der passenden Größe nach den Handwärmern zu suchen, die am längsten warmhalten.

Bedienungsanleitung

Wenn wir uns zuhause in Ruhe unsere Wärmepakete gebaut haben, zerlegen wir diese wieder und verstauen alles ordentlich um vor Ort am Spielfeld schnell bereit zu sein.

Für bestmögliche Resultate sollten die Magazine spätestens sofort nach dem Befüllen mit Gas und BBs gewärmt werden. Besser wäre es jedoch einen Behälter zu präparieren, in dem die Magazine im leeren Zustand noch während des Transportes zum Spielfeld aufgewärmt werden. Es fängt also schon zuhause an.

Ich nehme eine Brotbox, kleide diese wieder mit Rettungsdecke oder hochwertiger Alufolie aus, lege einen aktivierten Handwärmer zusammen mit den leeren Magazinen hinein, Alufolie drumrum und dann die Box schließen/zuklappen.

Auf dem Spielfeld angekommen wird die verwendete Magazintasche angelegt, sofern sie sich nicht schon am Plattenträger oder Ähnlichem befindet. Wenn dann BBs und Gas bereit liegen, aktiviert man die Handwärmer, wickelt diese in die Rettungsdecke, und steckt das ganze in die Magazintasche. Dann sollte alles weitere möglichst schnell gehen um so wenig wie möglich Wärme zu verlieren: Ein Magazin nach dem nächsten wird mit Gas gefüllt, anschließend mit BBs bestückt und dann sofort in der “GBB-Ofenkartoffel” verstaut. Erst auf dem Spielfeld, so spät wie möglich sollte ein Magazin in die Waffe eingelegt werden. Und dann kann das Spielchen beginnen.

Ich tausche meine Magazine während des Spiel regelmäßig durch, führe sozusagen sehr oft einen taktischen Magazinwechsel durch, um das kältere Magazin aus der Waffe immer wieder durch ein wärmeres aus der “Ofenkartoffel” zu tauschen. So habe ich fast immer ein schussbereites Magazin geladen.

Pro/ Kontra

Pro:

  • aufgewärmte Magazine neigen weniger zum “Cooldown”
  • kostengünstige Beschaffung
  • schneller und einfacher Aufbau
  • Gaswaffen können auch bei kühlen Temperaturen benutzt werden

Kontra:

  • größerer Platzverbauch für die Magazine
  • nicht alle Wärmepackete halten mehrere Stunden durch, somit brauch man Reserven
  • vor dem Spiel wird mehr Vorbereitungszeit benötigt als im Sommer
  • die in der Waffe eingelegten Magazine sind meist ungeschützt der Kälte ausgesetzt

Fazit

Dieser Life-Hack ist nicht die perfekte Lösung, Cooldowns werden sich unter 10 Grad nie ganz vermeiden lassen, aber aus eigener Erfahrung ist es mit diesem „Mod“ möglich eine GBB auch während der kalten Jahreszeit zu benutzen, nicht uneingeschränkt, aber die “Gaser” darf mit!

Der Schwachpunkt besteht weiterhin bei dem bereits eingelegten Magazin, hier kann eine Lage Rettungsdecke in Kombination mit Griptape aus Gummi,oder ein “Gripsleeve”um den Pistolengriff etwas Kälte abhalten.

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Ein Streifen Rettungsdecke kann unter Umständen das eingelegte Magazin etwas abschirmen.

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Ich gebe zu, es sieht besch* aus, aber es funktioniert. Die Rettungsdecke ist hauchdünn und trägt kaum auf.

Ansonsten müssen die ersten 2-3 Schuss langsam und am besten treffsicher rübergebracht werden um dann möglichst schnell auf ein „Hot-Mag“ zu wechseln.

Das benötigte Material ist leicht organisiert und in fast jedem 1€ Shop, Heimwerkermarkt an der „Grabbelecke“ oder zur kalten Jahreszeit auch in vielen Lebensmittelmärkten zu bekommen. Für meinen Aufbau habe ich insgesamt 7€ für die 4 Wärmepakete, 2€ für die Rettungsdecke und 50cent für die Gummibänder bezahlt. Online und mit etwas mehr Zeit geht es weitaus günstiger.

Wer es allerdings ganz einfach halten will, der nimmt einfach nur 2 Wärmepakete, stopft diese in die Magazintasche und steckt das Magazin dazwischen. Einfach, suptil – “quick&dirty”.

Warnhinweise

Ja die nächsten Zeilen hören sich blöd an, aber man kann gar nicht so doof denken wie es dann manchmal doch passiert:

Achtet bei euren Gasmagazinen auf die Herstellerangaben und Warnhinweise. Einige Magazine vertragen hohe Temperaturen nur bis zu einem gewissen Punkt, das kann im Hochsommer passieren bei praller Sonne, oder auch im tiefen Winter wenn ihr in eine “gefrorene” Gaswaffe ein heisses Magazin einführt.

Gasmagazine stehen unter Druck wenn sie gefüllt sind, extreme Kälte und extreme Hitze vertragen sich nicht immer gut, daher muss bei der Verwendung von “Wärmepaketen”, Handwärmern, Taschenwärmern oder der Ofenkartoffel in Verbindung mit gefüllten Gasmagazinen darauf geachtet werden, dass ihr euch selbst, Andere und eure Ausrüstung nicht in Gefahr bringt. Wenn ihr diesen Hack nutzt, so einfach und leicht er auch ist, benutzt bitte euer Gehirn. Bei Minusgraden kann es durchaus passieren, dass eure Waffe “eingefroren” ist, es wäre dann eventuell nicht förderlich ein kochend heisses Magazin einzulegen und wie von Sinnen loszuballern.

Achtet auf eure Magazine, und benutzt keine Wärmepakete die kochend heiss werden, sodass ihr sie selbst nicht mehr in den Händen halten könnt.

Ich übernehme keine Haftung für entstandene Schäden die durch die Verwendung dieses “Life-Hacks” entstanden sind. Bei mir funktioniert es wunderbar, keine Schäden, keine geplatzten Magazine aber vor Allem wesentlich weniger “Cooldowns” und viel mehr abgegebene Schüsse bei kälterer Außentemperatur als ohne diesen Mod. Das ist aber keine Garantie für jeden und jede Situation, daher benutzt euren Kopf!

Jeder der von der Gebrauchsanweisung seiner Ausrüstung abweicht, Gefahrenhinweise ignoriert oder anderweitig gedankenlos mit seiner Ausrüstung umgeht riskiert vermeidbare Personen- und Sachschäden, egal ob es sich um Wärmepakete und schockgefrorene Waffen handelt, oder auch nur um umgelötete Lipo-Akkus die verpolt werden, einen Kurzschluss verursachen oder bei extremer Hitze oder Kälte explodieren oder Ähnliches.

Zum Schluss noch eine letzte Bitte: Benutzt nicht die Rettungsdecke aus eurem Verbandkasten, sondern besorgt euch eine extra, denn diese ist dort wirklich nützlicher als bei einem Airsoftevent!