AVATAR Granate
REVIEW

Einleitung

Das Thema Airsoft Granaten begleitet uns schon eine ganze Weile. Zugegeben: Nicht jeder Airsoftspieler spürt überhaupt das Verlangen, sich so eine Granate (und ihren Anschaffungspreis) ans Bein zu binden. Schlussendlich ist das ja wieder Gewicht, in einer zusätzlichen Pouch, die ja auch irgendwo untergebracht werden muss. Ausserdem braucht man wieder Gas (sofern man keine GBB als Backup führt) und besonders leichte BBs. 

Die bisherigen Platzhirsche von “Tornado” und “Cyclone” von der Firma Airsoft Innovations überzeugen in puncto “einsatzbereit machen” und Wartung leider nicht – im Gegenteil: Die beiden Exemplare zu “unterhalten” ist nervig und komplex.

Mitte 2017 hat die Firma ASG mit ihrer STORM 360° eine interessante Alternative vorgestellt. Die Granate ist durch ihr geschlossenes System sehr wartungsfreundlich. Auch die “Einsatzbereitschaft” lässt sich schnell herstellen. Größter Kritikpunkt: Die Größe. Die Granate ist wirklich groß und unhandlich und bleibt mit ihrer Form oft in Pouches hängen. Sie verfügt nur über eine Öffnung und schafft es oft nicht, ihre gesamte Ladung von rund 130 BBs auszustoßen – ein kleiner Rest bleibt fast immer in der Kammer.

Und nun kommt die AVATAR Granate ins Spiel!

Das Konzept dieser Granate ist vollkommen neu und basiert auf einem “Core” und einem “Skinz” Teil. Der Kern der Granate ist der Gasbehälter inklusive Auslösemechanismus. Er kann aus dem Gehäuse (=Skinz) der Granate herausgeschraubt und in jedes andere Gehäuse des Herstellers eingesetzt werden.

Kurz: Der Skinz ist für die Art und Weise wie die Granate funktioniert (BB Granate, Soundgranate) zuständig und bestimmt ihre Form. Der Core sorgt für die eigentliche Funktion (Auslösemechanismus und Gastank).

Das Essential Pack ist für rund 100 € und der Orb Skinz für rund 50 € bei Kurt24 erhältlich. (Shoplink)

Modellvorstellung

Wir haben zwei Standard-Essentialpacks und einen Orb-Skinz gestestet. Ein Essentialpack ist für rund 100€ und der Orb-Skinz für rund 50€ bei Kurt24 erhältlich.

Ein Highlight: Die neuen Versionen verfügen nun über eine LED, die farbig blinkt, wenn die Granate scharf gemacht worden ist.

Lieferumfang

Im Lieferumfang befindet sich:

  • Core
  • Standard-Skinz
  • DogTag inkl. Kette
  • LED (verfügbar in rot, blau und grün)
  • 2 Dichtungsringe (Ersatz)
  • Anleitung

Abmessungen und Gewicht

 Durchmesser (in mm)Höhe (in mm)Gewicht (in Gramm)Gewicht mit Core (in Gramm)
Core3687178
Standard-Skinz5587151329
Orb-Skinz9487452630

 

Die Core-Einheit ist in ihrem Standardskinz angenehm leicht und nicht zu groß.

Funktionsweise

Wenn die Granate mit den neuen LEDs genutzt werden soll (natürlich kann man diese auch einfach weglassen), muss zuerst der Auslösemechanismus des Cores auseinandergenommen und eine CR2016 Knopfzelle eingesetzt werden. 

Danach wird der Core zusammengesetzt und in den gewünschten Skinz geschraubt.

Die Granate muss nun mit der Unterseite auf eine harte Oberfläche geschlagen werden, um den Piston in seine Ausgangslage zu bringen. Danach startet der übliche Füllvorgang mit Gas. Abschließend werden BBs in die Kammer(n) gefüllt. Danach muss nur noch der Auslöser gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden und die Granate ist scharf.

Der gesamte Prozess (inkl. Wartung) ist auch nochmal in drei Sprachen und gut bebildert auf der Bedienungsanleitung festgehalten.

 

Das beiliegende Dogtag erfüllt neben seinem “Stilfaktor” auch einen praktischen Nutzen: Durch das Auslösen ist die Core-Einheit fest verschraubt mit dem Skinz. Das Dogtag kann quasi als Schraubendreher genutzt werden, um die Core-Einheit aus dem Skinz zu lösen.

Für MilSim Fans gibt es einen spezielles Kit, dass den normalen Auslösemechanismus gegen den klassischen “Splint/Stift”-Mechanismus ersetzt. Anstatt von Drehen heißt es dann “Stift ziehen, Splint loslassen und werfen”. 

Ein Bild des Herstellers der AVATAR, das die Vielfalt des Skinz-System deutlich macht:

 

 

Die Granate im Video ist nicht mit Gas oder BBs gefüllt. Es klappert fast nichts. Füllt man die Granate nun noch mit Gas, verschwindet auch das letzte Geräusch. Auch die BBs in den Zuführungen geben kein nerviges Klappern von sich.

Alles in Allem sind wir von der Art und Weise, wie wir die Granate einsatzfähig bekommen überzeugt. Das Ganze geht einfacher und schneller von der Hand als bei einer Tornado oder Cylclone.

Praxistest

Das Wochenende vom 01.09. bis 02.09. waren wir in Dortmund und haben die dortigen Felder besucht. Am Samstag “The Hill” in Meschede und am Sonntag “5 Blocks” in Weeze. Beide Felder sind sehr CQB intensiv und somit konnten wir die Granaten gut gebrauchten und intensiv testen. Wir waren beide Tage zu viert unterwegs und jeder ist mal in den Genuss der Nutzung gekommen – der Praxistest beinhaltet also das Meinungsbild von vier erfahrenen Spielern. Genutzt wurde zum größten Teil Abbey Predator Ultra Gas und zum Testen Coleman Propan.

Die Granate passt im Standardskin wunderbar in Warrior Assault Systems und Tasmanian Tiger Smoke Pouches. Dort ist noch genug Platz, um sie ohne festhängen und anderen Aufwand schnell herauszuziehen.

Die Tornado und Stormgranaten sitzen wesentlich enger in diesen Pouches und es bedarf mehr Zeit und Übung diese schnell herauszubekommen.

Die Granaten wurden an beiden Tagen – neben unseren Tornados, Storms und Cyclones – wirklich oft genutzt. Geschätzt waren es knapp 20 Würfe pro Granate. Mal nur auf kurze Distanz in einen Raum mit Teppich, mal einen langen Holzflur lang auf Holzboden und ab und an auch auf offener Straße im hohen Bogen, rund 15 Meter weit.

Auf dem Video erkennt man es leider nicht, aber die Granate hat perfekt ausgelöst und alle BBs verteilt.

Bedingt durch die Art und Weise wie die Granate erneut betriebsbereit gemacht werden muss, ergeben sich die meisten Abnutzungsspuren am Boden der Granate. Ein wenig Abrieb ist auch auf dem Hartplastikskin – das Gröbste dürfte aber bei dem Wurf durch die Heckscheibe eines kleinen FORDs auf “5 Blocks” gewesen sein. Hier hat die Granate ein wunderschönes, kleines Loch hinterlassen. Im Nachhinein sehr schade, dass wir davon kein Foto gemacht haben.

Alles im Allem sind wir mit dem Verschleiß sehr zufrieden. 
Zugegeben: Das “Auf den Boden Gehaue” der Granate ist nervig und wir würden empfehlen, eine relativ glatte Oberfläche dafür zu nutzen, besonders weil das Einfüllventil des Gastanks nicht beschädigt werden sollte. Die Gummiringe rund um den Piston im Inneren der Granate sah auch noch wie neu aus. Wir haben sie neu geschmiert und wieder eingesetzt.

Wir möchten an dieser Stelle hervorheben, dass die Möglichkeit, die Granate jederzeit wieder ganz einfach zu sichern wirklich genial ist. Bei den Cyclones und Tornados muss der Stift mühselig eingefriemelt werden und bei der Storm ist das nach dem Ziehen des Stifts gar nicht mehr möglich. Es ist doch öfter vorgekommen als gedacht, dass wir schon mit scharfen Granaten vor einer Ecke standen, diese dann aber doch nicht gebraucht haben, weil die Person(en) im Raum von außen oder anderswie HIT gegangen sind. 

Im Laufe der Nutzung ist uns allerdings bei einem Exemplar der rote Gummi (zuständig für das Halten der BBs) abhanden gekommen. Wir haben improvisiert und einen anderen Gummi eingesetzt: Wider Erwarten hat das auch wunderbar funktioniert! Bei jedem Wurf sind alle BBs aus den Kammern geflogen.

Also: Selbst wenn ein roter Gummi verloren geht oder reißt: Mit ein wenig Kreativität lässt sich selbst das wieder gerade biegen.

Hier mal ein paar Fotos, wie die beiden Exemplare nach den beiden Tagen ausgesehen haben:

Besonders praktisch war natürlich die LED. Auch wenn man seinem Vordermann eine Granate rüberreicht, sieht dieser sofort ob diese schon scharf gemacht worden ist. Im dunklen Keller auf “The Hill” konnten wir das Exemplar auch sofort wiederfinden und ein rotes blinken in der Ecke des Raumes hat einfach für Stimmung gesorgt!

Den Orb-Skinz haben wir ebenfalls getestet. Die Schwierigkeit: Der Orb muss mit genügend Kraft an einem Objekt (z.B. Wand) ankommen, um auszulösen, darf aber vorher nicht über den Boden springen oder Ähnliches, da er dann dort auslösen würde. Mit ein wenig Übung klappt das auch. Der wesentliche Mehrwert ist hier, dass man die Granate auch 20 Meter und weiter rollen kann und sie dann dort auslöst – eine Entfernung, die man ggf. aus Sicherheitsgründen in manchen Situationen nicht werfen möchte.

Auf Grund seiner Größe haben wir dann aber auf die weitere Nutzung verzichtet – keine unserer Pouches (abgesehen von einer DumpPouch) war groß genug, um diesen Ball aufzunehmen.

Fotos

Alle obigen und ein paar zusätzliche Fotos findest du in dieser Galerie: