Begadi SVD Sport
REVIEW

Vorwort

Schon lange hat uns der russische “Urvater” des DMR gereizt – nun ist es endlich soweit: Wir haben das Begadi SVD Sport in der S-AEG Variante hier und freuen uns, es euch vorstellen zu dürfen!

Begadi arbeitet bei der Sport Serie mit Cyma zusammen. Das Grundgerüst ist also eine Airsoftwaffe von Cyma. Mit ihren langjährigen Erfahrungen in der Branche hat Begadi Verbesserungen an den Sport Modellen vornehmen lassen, um gezielter auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen zu können und trotzdem im moderatem Preissegment zu bleiben.


Allgemeines

Das Original

Das SVD oder auch Dragunov. Ein absoluter Klassiker und jeder hat von diesem Modell schon einmal gehört. Ein kurzer Abriss zur Entstehung und Hintergrundgeschichte (Danke Wikipedia):

Das Dragunow-Scharfschützengewehr (russisch Снайперская винтовка Драгунова / Snaiperskaja wintowka DragunowaSWD für Scharfschützen-Gewehr Dragunow) ist ein von Jewgeni Fjodorowitsch Dragunowauf der Basis des Verschlussmechanismus des von Michail Timofejewitsch Kalaschnikow stammenden Sturmgewehrs AK-47 entwickeltes Selbstladegewehr im Kaliber 7,62 × 54 mm R.

Die Präzision des Dragunow-Gewehrs gilt als durchschnittlich, aber die Waffe selbst als überaus robust, da es nicht als Scharfschützengewehr im Sinne westlicher Militärdoktrin entwickelt wurde, denn der Dragunow-Schütze ist ein Bestandteil einer militärischen Gruppe und kein Einzelkämpfer. Seine Funktion ist die Erhöhung der Kampfreichweite der Gruppe von 400 m (effektive Kampfentfernung der AK-47-Schützen) auf mindestens 600 m, und somit Fernzielbekämpfung mit präzisen schnell aufeinander folgenden Schüssen, vergleichbar mit dem Designated Marksman Rifle (2000) der US Army bzw. dem als G28 in die Bundeswehreingeführten HK MR308 (2011).

 

Wikipedia
Entwicklungsdaten
KonstrukteurJewgeni Fjodorowitsch Dragunow
Entwicklungsjahr1958 – 1963
EntwicklungslandUdSSR
Produktionszeit1963 bis heute
EinsatzlandWarschauer Vertragsstaaten, China
ModellvariantenWD, SWDS, SWU, SWU-A, NDM-86, Tigr
Ausstattung
Gesamtlänge1225 mm
Gesamthöhe230 mm
Gesamtbreite88 mm
Gewicht (ungeladen)4,30 kg
Lauflänge620 mm
Technische Daten
Kaliber7,62 x 54mm R bzw. 308 Winchester
Magazingröße10 Patronen
Kadenz (praktisch)30 RPM
FeuerartenEinzelfeuer
VerschlussDrehkopfverschluss
LadeprinzipGasdrucklader

Abmessungen & Gewicht

Gesamtlänge1225 mm
Gesamthöhe230 mm
Gesamtbreite88 mm
Gewicht (ungeladen)3,051 kg
Innenlauflänge690 mm

Aufgepasst! Für das gute Stück braucht ihr auf Grund der außergewöhnlichen Länge eventuell einen neuen Waffenkoffer/tasche.

Lieferumfang

Neben einer Anleitung mit Explosionszeichnung und dem obligatorischen Messprotokoll befinden sich im gepolsterten Paket neben der Waffe selbst:

  • 1x HighCap Magazin (~120 BBs)
  • 1x MidCap Magazin (~80 BBs)
  • 1x Speedloader
  • 1x Reinigungsstab

Magazine

Die Magazine bestehen außen aus Metall und wirken sehr fertig – das bestätigt uns mit 206 Gramm auch die Waage. Bei starkem Druck geben sie nicht nach und auch nach mehrmaligen Fallen aus ca. 1,50 Metern Höhe gibt es keine Ausfallerscheinungen. Mit ihren kompakten Abmessungen passen sie problemlos in Multikaliber Pouches (HSGI TACOs, WAS Universal Pouches, etc.).

Feedingprobleme konnten wir auch bei schnellen Schussfolgen nicht feststellen.

Für einen Preis von 12.90€ bzw. 13.90€ sind zusätzliche Magazine bei Begadi erhältlich (zum MidCap, zum HighCap).


Verarbeitung und Haptik

Body

Der Body besteht aus Holz (Handschutz und Schulterstütze) und Metall. Die Kimme verfügt über Zieldistanzmarkierungen in kyrillischer Schrift.

 

Der Feuerwahlhebel hat zwei Einstellungen: Safe und Semi. Er unterscheidet sich von den AK-typischen Pendants und ist dementsprechend nicht gegen Aftermarketteile (z.B. von Retro Arms) auswechselbar.

Auf der linken Seite befindet sich die klassische Seitenmontageschiene für den Aufsatz von Optiken. Diese weicht optisch ein wenig vom Standard wie wir ihn von diversen AK Modellen kennen ab, erfüllt ihren Zweck aber selbstverständlich anstandslos: Sie sitzt bombenfest und alle Montageschienen konnten wir problem aufsetzen.

Das Hülsenauswurffenster hat kein Spiel, wackelt somit nicht und wird mit einer starken Feder fixiert.

Leider weißt der vorliegende Body an einigen Stellen schon Abnutzungsspuren an einem Pin, der Kimme und der Feuerwahlhebelabdeckung auf. Keine Schäden, die nicht auch nach dem ersten Spieltag auftreten würden – trotzdem unschön.

 

Handschutz

Der Handschutz ist aus Echtholz (Schichtholz) hergestellt und fein mit Lack überzogen. Er besteht aus zwei Hälften. Wir konnten keine Späne, Risse oder ähnliche Beschädigungen/Probleme mit dem Holz feststellen. Er fühlt sich wertig an und wackelt kein bisschen.

Der stramme Sitz gefällt uns besonders, schließlich befindet sich der Platz für den Akku zwischen den beiden Handschutzhälften und wir werden diesen sehr oft öffnen müssen um den Akku zu wechseln.

Auch die Verjüngungen am jeweiligen Ende die in die Metallaufnahme geführt werden und für den Halt des Handschutzes sorgen sind sehr vergleichsweise dickwandig. Wir würden empfehlen bei der (De)Montage trotzdem etwas vorsichtiger zu sein um kein Bruchrisiko einzugehen.

Schulterstütze

Die Schulterstütze ist ebenfalls aus gelacktem Echtholz (Schichtholz) gefertigt und verfügt über eine abnehmbare Wangenauflage. Die Wangenauflage ist bequem: Nicht zu hart, nicht zu weich und lässt sich problemlos umpositionieren oder durch den Halteclip abnehmen. Sie hat einen sehr straffen Sitz und wackelt nicht.

Die Schulterstütze ist indirekt auch Griff der Waffe – alles ist aus einem Stück gefertigt. Somit entsteht ein wunderbares, “smoothes” und gleichförmiges, haptisches Gefühl.

Die Schulterstütze kann optional mit einem “Rubber Stock Pad” (oder auch Recoil Pad) aus Gummi versehen werden. Die Waffe sitzt damit noch ein Stück besser in der Schulter und fühlt sich “führiger” an (beim scharfen Vorbild wird so der Rückstoß noch wesentlich mehr abgefedert).

 

 


Technik

Die Gearbox ist eine spezielle Entwicklung von Real Sword – es gibt also keine optimale Versorgung von Tuningteilen und alternativen Internals wie wir es von V2 und V3 Boxen gewöhnt sind.

Die Gearbox ist frontverkabelt – die Kabel führen bis in den Handschutz. Hier wird also der Akku anschlossen. Der Anschluss erfolgt über DEAN Stecker. Es gibt aber noch eine Tamyia Zwischenverbindung, die alternativ genutzt werden kann.

Wir haben für den Test einen einfachen 11.1V 1000 mah (20-40C) Sticktype Akku (Länge: 101 mm, Breite 20 mm, Tiefe 16 mm) genutzt. Im Handschutz ist aber genug Platz um auch wesentlich längere Akkus zu nutzen. Wie auch bei AK Modellen wird es aber schwierig, Dual oder sogar Triple-Stick Akkus unterzubringen.

Standardmässig ist kein Mosfet verbaut – wer die Waffe auf Dauer mit 11.1V Akkus nutzen möchte, sollte beim Kauf direkt vom Begadi Werkstattservice eins verbauen lassen.

Chronoergebnis

Gemessen wurde mit dem Xortech X3200 Mk3 (Vorstellung & Review hier).

Die Energie lag bei mind. 1,83 J und maximal bei 1,85 J. Es wurden 20 Schuss abgegeben. Ein sehr konstantes Ergebnis!

Ansprechverhalten

Das Ansprechverhalten mit einem 1000mah 11.1V LiPo würden wir ganz subjektiv als “akzeptabel” beschreiben. Wenn man das mit einer elektronisch (EFCS) gesteuerten ARES oder einer ICS mit SSS oder ASCU vergleicht, kann die SVD nur verlieren. Für eine Stockwaffe aber eben noch in Ordnung. Den Einbau eines Mosfets würden wir aber auf jeden Fall empfehlen, um das Ansprechverhalten zu verbessern.

Hop Up

Um Zugang zur Hop Up Einheit zu bekommen, muss das Verschlussfenster nach hinten gezogen werden. Dort rastet es nicht ein, sondern muss manuell gehalten werden.
Die Einstellung des Hop Ups erfolgt via horizontalem Einstellrad: Gegen/Mit Uhrzeigersinn


Dabei gibt es Einrastpunkte, die ein versehentliches Verstellen verhindern sollen und eine feingranulare Abstimmung ermöglichen. Wesentlicher angenehmer als der freie Schubregler bei üblichen AK-HU Einheiten! Ihr solltet aber etwas Kraft mitbringen, an einigen Einrastpunkten mussten wir mit einem Schraubenzieher nachhelfen.

Schusstest

30 Meter

50 Meter

Die Entfernungsmessung wurde mit unserem lasergestütztem Entfernungsmesser (Suaoki Pro Range Finder) vorgenommen.

SchusspositionLiegend
WindWindstill
BBs0,32 g Lonex
VisierungKimme & Korn

Für eine Waffe frisch aus dem Karton sind die Trefferbilder definitiv in Ordnung und im oberen Mittelfeld anzusehen! Manntreffer auf bis zu 60m sind definitiv möglich.


Fazit

Ihr wolltet schon immer mal ein russisches DMR besitzen aber keine 700 € ausgeben? Dann schlagt bei der Begadi-Version bedenkenlos zu!
Haptisch und optisch ein absoluter Leckerbissen, der seinesgleichen sucht.

Unter der Haube solltet ihr ein wenig werkeln um bessere Ergebnisse in puncto Reichweite und Präzision zu erzielen. Besonders das HopUp Gummi würden wir gegen ein Prometheus Purple oder einen vergleichbaren Kandidaten wechseln.

Fotos

Hier nochmal alle Fotos in der Übersicht.