Begadi HW4 DeluXe -10″
REVIEW

Vorwort

Das Ziel eines jeden Airsoftspielers ist es, das Bestmögliche aus seiner Waffe zu holen. Die richtige Plattform vorausgesetzt, ist der Markt an Tuningteilen gigantisch und bietet dem Spieler eine schier unendliche Auswahl an Kombinationen. Spielern, die sich mit diesem durchaus komplexen Thema nicht befassen wollen, oder einfach keine Freude am Basteln haben, müssen aber trotzdem nicht auf Perfektion verzichten.

Begadi hat ihre schon durchaus potente HW4 Reihe um die “DeluXe” Versionen erweitert und der Name ist Programm. In der Produktbeschreibung springen einem nur Topmarken an Tuningteilen ins Auge und garniert wird das Ganze mit einem R-Hop ab Werk! Ob das Gesamtbild stimmt und die Performance nicht nur auf dem Papier überzeugt, werden wir gründlich prüfen.

Die HW4 DeluXe Versionen sind bei Begadi in den Ausführungen 10”, 16” und 20” erhältlich. Zusätzlich gibt es noch eine Keymod Version, die restlichen Waffen verfügen über M-LOK. Es handelt sich bei jeder Waffe um eine Einzelanfertigung. Die Waffe wird in der Werkstatt erst aus allen Teilen zusammengebaut, wenn die Bestellung eingeht und man kann sie zusätzlich noch weiter anpassen lassen. Man kann die Energie ändern und zwischen verschiedenen HopUp Versionen wählen. Wir haben uns für die 10” Version entschieden, diese gibt es für 849 €. Zusätzlich haben wir die Standardenergie von ca. 1,65J auf 1,8J geändert und als HopUp System “R-Hop Soft” gewählt. Durch ihre geringe Größe lässt sie sich in allen Umgebungen gut einsetzen und durch den bereits von der Werkstatt verbauten R-Hop sollte die Performance auch trotz kürzerem Lauf überzeugen.

Datenblatt
VersionGewichtGesamtlängeLauflängeEnergie
10″ Version2700 g710-790 mm285mm1,65 J
16″ Version2850 g850-930 mm430mm1,80 J
20″ Version3000 g960-1040 mm509mm1,90 J

Keymod Version

2850 g850-930 mm430mm1,80 J

Zu unserem Unboxing auf YouTube geht es hier.

Lieferumfang

  • Gate Titan Verpackung samt Adapterkabel und Anleitung
  • HopUp Lever für die Maxx Model HopUp Unit und Nubs in verschiedenen Härtegraden
  • Zwei Lonex Midcap Magazine mit jeweils 200 Schuss Kapazität
  • Schussprotokoll
  • Brief der Werkstatt

Magazine

Die Magazine sind aus Polymer gefertigt und fühlen sich sehr wertig an. Heraus sticht ihre angegebene Kapazität mit satten 200 Schuss. Wir haben die BBs nicht einzeln nachgezählt aber ca. 170 Schuss sind realistisch und damit ist man auf jeden Fall gut gewappnet. Begadi bietet die Lonex Midcaps natürlich auch zum Nachkaufen für 14,90 € an.

Die originalen Magazine waren am Anfang allerdings extrem stramm und verklemmten sich sogar. Sie waren erst wieder zu lösen, nachdem man den Magrelease demontierte. Dies trat ebenso mit den Battleaxe PMAG Gen 3 auf. Nachdem das Magazin ca. 20-25 Mal gewechselt wurde, trat der Fehler aber nicht mehr auf. Es läuft jetzt extrem geschmeidig und rastet perfekt ein. Der Magrelease weist keine Abnutzungsspuren auf, was also genau zu den Klemmern führte ist schwer zu sagen, aber der Fehler trat nicht mehr auf – egal ob bei Lonex oder Battleaxe PMAG Gen 3 Magazinen.

Wir konnten die Magazin-Kompatibilität der HW4 DeluXe mit einem ICS Midcap Magazin und dem bereits genannten Battleaxe PMAg Gen 3 testen.  Das ICS Magazin feedet, aber sitzt extrem straff im Magazinschacht. Das Battleaxe sitzt gut und feedet problemlos ein ganzes Magazin durch.

Verarbeitung und Haptik

Vorderschaft und Barrel

Der Flashhider besteht aus Stahl, wird mit einem O-Ring und zusätzlich durch eine Madenschraube gesichert. Unter ihm verbirgt sich ein 14mm CCW Gewinde. Der Outerbarrel ist aus Aluminium und wird im “free float” Stil montiert. Hierbei ist der Lauf nicht mit dem Handguard verbunden, dies erhöht bei scharfen Waffen die Präzision, im Airsoft ist es eher nur ein stilistischer Aspekt. Bei unserem Modell sitzt der Lauf, trotz free float, sehr fest und wackelt keinen Millimeter. Der Handguard ist ein Eigendesign von Begadi und besteht aus Aluminium mit CNC Finish. Der Handguard ist nicht scharfkantig und vermittelt einen sehr hochwertigen Eindruck.

 

Gehäuse

Das Gehäuse kommt aus dem Hause Lonex und besteht aus Aluminium Druckguss. Die Passgenauigkeit und der Übergang zum Handguard sind sehr gut und kaum sichtbar. Der Feuerwahlhebel ist ebenso auf Aluminium und läuft angenehm leicht und klickt sauber in jede einzelne Position. Der Magazin Release wurde aus Stahl gefertigt und befindet sich leider nur auf der rechten Seite, genauso wie der Feuerwahlhebel. Die HW4 DeluXe ist damit für Linksschützen nur eingeschränkt bedienbar.

Unter der Staubschutzkappe gibt es kein Verschlussblech, man hat direkten Zugriff auf die Maxx Model HopUp Unit. Da es sich hier um eine reine Spielerwaffe handelt, ist dies nicht unbedingt negativ zu bewerten. Wir hatten schon Waffen im Team, bei denen es zu Defekten oder Klemmern an dem Verschlussblech kam. Somit ein Teil weniger, an dem unnötige Probleme auftreten können.

Der Pistolengriff ist sehr schlicht, er besteht aus Polymer und hat eine einzelne Wulst. Wem der Stil nicht gefällt, der kann ihn auch sehr einfach demontiert bzw. ersetzen. Ein Highlight ist der Abzug. Dieser kommt von der Firma Retro Arms und ist aus CNC gefrästem Aluminium. Er verleiht dem ansonsten sehr klassischem M4 Gehäuse einen modernen Touch.

Die Endplate und Castle Nut sind aus Stahl gefertigt und sehr robust. Die Castle Nut war bei unserem Modell locker und die Tube wackelte arg beim Auspacken, mit einem herkömmlichen AR15-Tool kann man hier aber leicht Abhilfe schaffen. Ein Sling kann an der Endplate rechts sowie links montiert werden. Die Buffertube ist aus Aluminium und der darauf montierte Schiebeschaft aus Polymer. Der Schiebeschaft ist an der Oberseite leicht angeraut und hat dort leider eine ausgeprägte Spritzgussnaht.

Ansonsten läuft er gut auf der Buffertube. Das übliche Spiel ist leider auch hier vorhanden, aber das ist M4 typisch und kann mit etwas Tape gefixed werden.

Er bietet extrem viel Platz für Akkus, wir betreiben die HW4 DeluXe mit zwei 1200mAh 11.1 V, welche parallelgeschaltet sind. Sie sitzen rechts und links im Schaft und passen mit den Maßen 128x17x20 mm perfekt hinein.

Eine Basisvisierung liegt der HW4 DeluXe natürlich auch bei. Sie besteht aus Polymer und sitzt wackelfrei auf der oberen Picatinnyrail. Das Korn kann mit einem beiliegenden Tool in der Höhe und die Kimme per Hand in seitlich verstellt werden.

Technik

Bevor wir uns mit den technischen Komponenten der Waffe befassen, haben wir natürlich nachgechront.

Hinweis
Wir haben vorsorglich mit 0.20 Gramm BBs gechront, da bei vielen Events vom Veranstalter noch mit diesem Gewicht gemessen wird. Die anderen Messungen sind bewusst mit sehr schweren BBs durchgeführt worden.
GewichtEnergie
0.20g~1.72 J
0.40g~1.80 J
0.45g~1.74 J

Gearbox

Die Gearbox wird von Retro Arms hergestellt und ist eine der besten Gearboxen auf dem Markt. Sie besteht aus Duraluminium 7075 und wurde vollends auf Robustheit hin optimiert. Die Wandstärke am Cylinder ist im Gegensatz zu herkömmlichen Shells doppelt so stark. Es können 8mm Lager verwendet werden, alle Ecken am Zylinderfenster sind geradiust und der Springuide ist aus Stahl. Ein Federschnellwechselsystem ist auch an Board, womit sich die Energie der Waffe sehr leicht und schnell auf das Limit des Feldes einstellen lässt.

Ein weiteres Feature ist das “Split Gearbox” Design. Ähnlich wie bei ICS M4 Modellen, ist die Gearbox in eine untere und obere Hälfte geteilt. Im oberen Teil, der Uppershell, befinden sich alle Komponenten, die für die Kompression zuständig sind. Die Uppershell kann in weniger als einer Minute demontiert werden und die Wartung wird so extrem einfach. Im unteren Teil, der “Lowershell”, befinden sich die Gears, Abzug bzw. das Gate Titan und der ARL. Besonders wenn man oft an seiner Gearbox schrauben möchte, ist das “Split Gearbox” Design ein großer Komfortgewinn!

Uppershell

In der Uppershell wird die Luft komprimiert und die hier verwendeten Teile lassen das Airsoftherz höherschlagen. Das Nozzle kommt von MaxxModel und ist perfekt auf das Zusammenspiel mit der MaxxModel HopUP Einheit abgestimmt. Es ist 21.25 mm lang, verfügt über zwei O-Ringe und läuft straff aber “smooth” auf der Pipe des Cylinderheads.

Der Cylinderhead ist von Lonex und besteht aus Aluminium und verfügt über zwei O-Ringe.

An dem Cylinderhead wurde ein Sorbopad angebracht, welches den Aufprall des Pistons dämpft und gleichzeitig den AOE korrigiert. Zusätzlich hat der Cylinderhead an der Front auch noch eine kleine Gummischicht, die die Gearbox zusätzlich entlastet. Leider können wir von dem Sorbopad kein separates Foto machen – ohne Anwendung von Gewalt wäre es uns nicht möglich den Cylinderhead zu lösen. Schade, aber dafür ist die Komponente Cylinderhead und Cylinder extrem dicht. Der Cylinder ist ein Typ 0 und ist damit komplett geschlossen. Bei der Lauflänge von 285 mm kann das auf den ersten Blick nach zu viel Volumen aussehen, aber durch die extra Öffnung am Ende des Laufes wird überschüssige Luft abgelassen, bevor die Kugel den Lauf verlässt. Dazu aber später mehr.

Das nächste Herzstück ist der Verbund von Piston und Pistonhead. Der Pistonhead kommt von FPS, besteht aus Aluminium und hat statt eines normalen O-Rings einen X-Ring. Dieser ist nicht rund, sondern U-förmig, somit hat er zwei und nicht nur einen Kontaktpunkt mit dem Cylinder. Laut Produktbeschreibung soll sogar noch ein kleiner dritter O-Ring in der Front sitzen, dieser fehlte aber bei unserem Modell. Zu guter Letzt ist noch ein Kugellager verbaut. Der Piston komm erneut von Retro Arms und ist extrem robust. Er steckt auch in vielen Waffen unseres Teams und unsere Erfahrungen mit ihm sind bisher auch durchweg positiv.

Die Feder kann von ihrer Stärke bei der Bestellung frei gewählt werden. Wir haben uns für 1,8-1,9 J entschieden, was laut Beschreibung eine M120 sein sollte. Dazu sei gesagt, dass durch das Kugellager am Pistonhead und Springguide, die Feder noch weiter als normal gespannt wird. Man sollte also ca. eine Federstärke hochrechnen.

Eine Anmerkung zur Demontage der Uppershell: Der hintere Pin, der die Shell fixiert, sitzt extrem stramm. Wir haben den Pin bis jetzt ca. 5x hinausgetrieben, aber er wird nicht geschmeidiger. Bei der Demontage ist das etwas problematisch, aber da der Pin die Uppershell fixiert, ist das eher positiv zu werten. Bei der Demontage der Uppershell muss man zwingend darauf achten, beim Entnehmen das Nozzle in die Shell zu drücken. Damit wird die Tappetplate nach hinten gedrückt und sie bleibt nicht am Steuernocken des Sectorgears hängen. Anschließen kann der hintere Teil der Uppershell angehoben werden, ggf. entspannt sich die Feder und die Uppershell kann entnommen werden.

Bei unserem Modell hat eine Schraube der Uppershell einen “Tri-Wing Schlitz”, ob das Standard oder Zufall ist können wir nicht sagen. Aus anderen Berichten ist uns nicht bekannt, dass solch eine Schraube zum Einsatz kam. Wir mussten unser Sortiment an Bits erst einmal gründlich durchsuchen, um etwas passendes zu finden. Wir haben diese Schraube auch durch eine normale Innensechskantschraube ersetzt, passend zu den restlichen Schrauben der Uppershell.

Lowershell

In der Lowershell befinden sich zum einen die Gears. Sie kommen von Lonex, sind extra verstärkt und haben eine Übersetzung von 18:1. Laut Beschreibung sind sie bis zu einer M150 Feder freigegeben, das zeugt auf jeden Fall von Qualität! Die Wahl der relativ hohen Übersetzung finden wir aber nicht ganz optimal. Es ist logisch das Begadi möglichst viele Kundenanforderungen abdecken möchte und da macht ein Gearset, das auch sehr starke Federn verträgt, natürlich Sinn. Im Regelfall sind aber die meisten Felder auf 2J oder sogar 1,5J begrenzt. Eine Option für ein 14:1 Gearset mit einer klaren Restriktion, eine M110 nicht zu überschreiten, wäre -zumindest als Option – schön gewesen. Das Ansprechverhalten ist mit 18:1 und Precocking auf LOW sehr schnell, aber für Enthusiasten wäre noch ein klein wenig Luft nach oben gewesen.

Gesteuert wird das gesamte System vom GATE TITAN, welches immer noch die unangefochtene Nummer 1 in diesem Segment ist. Hiermit lässt sich alles einstellen was man sich nur wünschen kann und das bequem über das Smartphone oder den PC bzw. Mac. Wir mussten leider feststellen, dass für Smartphones immer noch “nur” eine Appsteuerung für Android angeboten wird, iOS User müssen aktuell noch auf den PC bzw. Mac ausweichen. Eine Nachricht von Mitte März weist uns darauf hin, dass eine iOS App “bald” folgen soll.

Was man alles einstellen kann und was sich hinter den verschiedenen Optionen verbirgt, findet man sehr detailliert beschrieben in unserem Review zum Begadi Werkstattservice von unserer HK416A5. Auf den folgenden Bildern kann man sehen, mit was für Einstellungen wir die HW4 DeluXe betreiben. Zusätzlich, interessant für die Bastler, haben wir die Statistiken nach dem ersten Spieltag dokumentiert.

Die Option Precocking hat uns besonders beeindruckt, das Ansprechverhalten hat sich noch einmal merklich verbessert. Die Einstellung haben wir auf LOW belassen, subjektiv ist kaum ein Unterschied zu MID oder HIGH vorhanden. Dafür wird die Feder bei den höheren Stufen sehr viel mehr belastet und damit auch die Gearbox. Auf den Fotos haben wir versucht, dies zu verdeutlichen. Bei der Einstellung LOW ist der Piston durch das Fenster in der Uppershell gar nicht zu sehen, wir schätzen eine Vorspannung von ca. 1/3. Bei der Einstellung MID sieht man den Piston in das Fenster hineinragen, die Vorspannung sollte ca. 50% betragen. Auf HIGH verdeckt der Piston das gesamte Fenster und ist kurz vor Anschlag, die Belastung für alle Internals ist hier am größten.

Seit der Version 2.0 des TITAN, ist es möglich das Preococking über den Fireselector zu de- bzw. aktivieren. Sollte man Precocking verwenden, empfehlen wir diese Option am Ende des Spieltages zu nutzen. So schont man die Internals!
Hierzu einfach den Fireselector auf SAVE stellen, den Trigger gedrückt halten und den Fireselector auf SEMI stellen. Mit einem Vibrieren des Motors wird die Einstellung bestätigt. Abschließend ein paar Schuss abgeben und Precocking ist wieder deaktiviert. Man kann es auch wieder aktivieren, indem man anstatt von SEMI auf AUTO stellt. Auch hier wieder 2-3 Schuss abgeben und Precocking ist aktiviert. Im folgenden Video ist der Vorgang dargestellt:

 

Der einzige Negativpunkt ist der Abzug. Das TITAN hat keinen Mikroschalter, sondern erfasst das Betätigen des Abzuges und drehen der Gears über Lichtschranken. Diese sind natürlich weniger störanfällig als ein mechanischer Schalter, aber sie bieten auch keinen Widerstand. Besonders wenn man das TITAN sehr früh reagieren lässt, triggert man ins “Leere”. Uns stört das nicht, es gibt aber bestimmt Spieler, die Wert auf Realismus legen und sich daran stören könnten. Abhilfe kann hier ein Speedtrigger schaffen, mit dem man den Abzugsweg einstellen kann.

Beim Motor hat sich Begadi für den Tienly 25k Ultra Torque Motor entschieden. Die Bezeichnung “Ultra” trägt er zu Recht. Dank der Neodym Magneten hat er eine unglaubliche Kraft, wenn man ihn per Hand dreht, schmerzen die Finger. Er zieht die M120 Feder mit Leichtigkeit auf. Zum Testen haben wir auch eine Lonex M130 verbaut und subjektiv keinen Unterschied im Ansprechverhalten bemerkt. Selbst ohne Precocking bricht der Schuss unglaublich schnell. Der Motor verfügt über Lüftungsschlitze, über die er gekühlt wird und auch nach einer sehr schnellen Schussabgabe von ca. 40 Schuss, wird der Griff nur handwarm. Das Ansprechverhalten, welches der Motor im Verbund mit den Gears und dem TITAN bietet, ist wirklich erstaunlich.

HopUp und Lauf

Eins der größten Alleinstellungsmerkmale der Hw4 DeluXe ist das HopUp-System.
Begadi setzt hierbei auf eine Maxx Model HopUp Unit in Kombination mit einem R-Hop.

R-Hop Kurzerklärung
Bei einem normalen HopUp-Gummi wird meist nur mit einem “Knubbel” auf die BB Druck ausgeübt. Hierbei besteht der Kontakt nur sehr kurz und punktuell.

Um der BB mehr Drall zu geben, muss viel Druck ausgeübt werden. Es gibt Tuning HopUp-Gummis von z.B Maple Leaf oder Slong, welche eine flache und leicht konkave Fläche haben, mit der sie den Druck ausüben. Dabei tritt die BB nicht nur punktuell in Kontakt mit dem Gummi, sondern über eine größere Fläche. So wird weniger Druck benötigt, um mehr Drall zu erzeugen.

Bei einem RHop wird das gesamte Lauffenster mit einem darauf zugeschnittenen Patch vollständig bedeckt. Das HopUp-Gummi muss hierbei plan sein und dient nur noch zur Abdichtung. Druck wird durch einen großen Konkaven Nub ausgeübt, welcher ebenfalls auf das Lauffenster zugeschnitten ist. So wird über die maximal mögliche Fläche gleichmäßig Druck auf die BB ausgeübt. Es können auch sehr viel schwere BBs verwendet werden, was mit einem normalen Gummi nur schwer möglich wäre.

Bildquelle: https://hopsystems.com/

Bei dem Begadi RHop gibt es verschiedene Ausführungen der Nubs. Es wird “R-Hop Soft” und “R-Hop Hard” angeboten. Wir haben uns für Soft entschieden, damit sollte das Hoppen von 0,40 Gramm BBs bei 1,8 J sehr gut möglich sein. Genaueres sehen wir im Praxistest. Die Ausführung “R-Hop Hard” ist anzuraten, wenn generell sehr schwere BBs bei 2J+ genutzt werden sollen. Die Wahl der richtigen Ausführung muss vor dem Kauf gut durchdacht werden.
Mit welcher Energie will oder darf gespielt werden und welches Kugelgewicht soll genutzt werden sind die Fragen, mit denen sich potenzielle Käufer vorher auseinander setzen sollten. Es gibt auch noch die Ausführung “Regular Flat Hop” welche komplett auf das RHop verzichtet und stattdessen ein SLONG Gummi nutzt. Dieser hoppt, wie schon erwähnt, auf einer größeren Fläche aber nicht so groß wie das R-Hop. Mit dieser Ausführung ist es möglich, auch leichtere Kugeln bei weniger Energie zu nutzen. 

Ein späteres Anpassen ist natürlich auch möglich, der härtere Nub gehört mit zum Lieferumfang. Für den späteren Umstieg auf das “Regular Flat Hop” müsste man aber ein SLONG Gummi oder ähnlich nachkaufen und der bearbeitete Lever kann keine normalen Nubs mehr aufnehmen. Der Maxx Model HU liegen aber zwei konkave Aluminium Nubs bei, diese kann man bedingt verwenden. Die Maxx Nubs sind sehr hart und eine Feineinstellung wäre damit sehr mühsam, aber möglich. Besser wäre die Verwendung eines Prometheus Flatnubs.

Wir würden aber auch eher dazu raten, schwere Kugeln zu verwenden, um so bei 1,5 J den “R-Hop Soft” nutzen zu können. 1,5 J reichen völlig aus, um 0,36g auf Reichweite zu bekommen und umso schwerer die Kugel, desto präziser wird die Flugbahn. Erst bei weniger als 1,5 J würden wir vom RHop Abstand nehmen, da die schweren Kugeln sonst evtl. an Geschwindigkeit einbüßen könnten.

Eingestellt wird das RHop über die Maxx Model HopUp Unit. Die HU überzeugt zum einen durch ihre extrem präzise Fertigung, welche die bestmögliche Basis bietet, um das R-Hop einzustellen. Zum anderen wartet sie mit vielen weiteren Features auf:  Es fallen beim Magazinwechsel keine BBs mehr aus dem Schacht, wie das mit normalen HU Units der Fall ist. Die sich in der Zuführung befindlichen BBs werden durch einen gefederten Hebel gehalten.

Sobald ein neues Magazin eingeführt wird, werden sie weiter gefeedet. Natürlich können die BBs auch manuell herausgelöst werden. Des Weiteren kann man an der Maxx HU nachträglich eine Tracerunit einbauen. Diese beleuchtet die BBS direkt in der HU.

Wer mehr von uns über die Maxx Modell HU Unit lesen möchte, dem möchten wir auch an dieser Stelle wieder unser Review des Begadi Werkstattservices ans Herz legen.

Der Lauf kommt von Slong und hat einen Durchmesser von 6,05 mm bei einer Länge von 285 mm. Er überzeugt durch sein großes Lauffenster, welches dem R-Hop sehr zugute kommt. Kurz vor dem Ende des Laufes hat er eine seitliche Öffnung, hier kann überschüssige Luft entweichen und es treten keine Verwirbelungen hinter der austretenden Kugel auf.

Praxistest

Beim ersten Testen fiel uns auf, dass man die Maxx Model HU bei 0,40g BBs doch recht “weit” reindrehen muss. In unserem Fall auf fast 8, was bei der Maxx Model HU ca. 80% entspricht. Die Energie fiel von 1,8 J auf 1,5 J. Wir haben den Lauf und die HU dann demontiert und festgestellt, dass kein R-Hop, sondern ein Maple Leaf 60° verbaut war. Der Arm der HU war aber korrekt bearbeitet und auch das rote weiche Nub verklebt. Wir haben das Maple Leaf ausgebaut und den R-Hop mit dem beiliegenden vorbereiteten HopUp Gummi montiert.

Nun war das Hoppen der 0,40g BBs sehr viel einfacher, die Maxx musste auf ca. Stellung 3,5 gedreht werden. Ebenso 0,45g BBs waren kein Problem, hierzu mussten wir auf etwas über 4 gehen. Die Energie fiel in beiden Fällen von 1,8 J auf 1,65 J. 0,30g BBs können mit dem “R-Hop Soft” nicht verwendet werden, auch völlig ohne Hop bekommen diese von Anfang an zuviel Spin und fliegen in Richtung Himmel. 0,32g BBs gehen gerade so, diese haben aber ohne Hop noch einen ganz kleinen Bogen am Ende der Flugbahn. Erst bei 0,36g BBs mussten wir das HopUp minimal verstellen.

Gespielt und getestet wurden die HW4 am 20.07.2019 in der DarkZone. Im Spielbetrieb wurde sie mit 0,40g BBs von KJW befeuert. Hierbei waren Hits auf 78 Meter gut umzusetzen. Die Kugel flog auch noch weiter und selbst Treffer auf 80 Meter waren kein Problem – aber nur bei einer größeren Schussabgabe.

 

Das angesprochene Video der Runcam/Scopecam hätten wir gerne gezeigt, leider war das Videofile fehlerhaft und wir konnten es nicht auslesen. Die Flugbahn der BBs sind zum Glück aus dieser Perspektive dennoch gut zu sehen.

Die Sensordaten nach einem Spieltag haben wir für euch hier ausgelesen:

Fazit

Was Begadi mit der HW4 DeluXe auf die Beine gestellt hat, ist wirklich einzigartig. Die verbauten Teile lassen wenig Spielraum für Kritik, dafür umso mehr für positives Feedback. Die HW4 DeluXe ist, was den Punkt Haltbarkeit angeht, ganz weit vorne. Die verbauten Teile werden bei einer sachgemäßen Verwendung ein langes Airsoftleben haben. Durch das Splitdesign der Retro Arms Gearbox ist das Pflegen der Internals sehr komfortabel und schnell gemacht. Einer der größten Vorteile ist aber das am Werk verbaute R-Hop. Damit ist die Verwendung von schweren BBs kein Problem mehr und der Vorteil an Reichweite und Präzision ist schon immens. Das Titan ist die Kirsche auf der Torte und rundet das Bild perfekt ab.

Kritik gibt es bei dem verbauten Schiebeschaft. Dieser hat ohne Tape ein sehr großes Spiel, selbst für M4 Verhältnisse. Das wird dem Preis leider nicht ganz gerecht. Etwas ärgerlich waren auch die Probleme mit den Lonex Magazinen, welche am Anfang sogar im Schacht völlig verklemmten. Als Neutralpunkt führen wir die beschränkte Anfängerfreundlichkeit an. Gerade das Thema R-Hop bedarf einiges an Verständnis und Grundwissen. Das falsche Kugelgewicht oder ein nicht auf die Energie angepasster Nub enden schnell in Frust.

Alles im allen können wir aber eine Kaufempfehlung aussprechen. Die HW4 DeluXe bietet eine exzellente out of the box Performance, die ihres gleichen sucht. Man kann sie hinsichtlich Energie und HopUp perfekt an seine Bedürfnisse anpassen. Die Kombination der verbauten Teile ist durchdacht und lässt nur wenig Wünsche übrig.

Fotos

Alle obigen und ein paar zusätzliche Fotos findest du in dieser Galerie: