ICS M4 CXP SIRIUS “HAWK”
REVIEW

Vorwort

Bei dem heutigen Review geht es um eine Waffe aus dem Hause ICS, einem fest etablierten Hersteller, den die meisten Spieler schon einmal gehört haben. Bekannt durch seine gute Performance und Verarbeitung ist dieser Hersteller eine fest Größe im Airsoftbereich. Wir selbst haben im Team viele ICS Waffen und für manche war dieser Hersteller auch der Einstieg in den Airsoftsport. Trotz dieser ganzen Parameter hat es noch keine Waffe von ICS zu uns auf den Tisch geschafft und das müssen wir dringend ändern!

Wir haben uns aber kein normales Modell für unser Review ausgesucht, sondern eines aus der “SIRIUS” Serie. Dies ist eine spezielle Modellreihe, welche exklusiv von Begadi vertrieben wird. Bei dieser Modellreihe wurde die ohnehin schon gute Performance noch weiter aufgebohrt! Es wurde ein Begadi CORE Mosfet und ein Tienly 25K Motor verbaut. Damit sollten keine Wünsche hinsichtlich des Ansprechverhaltens offen bleiben.

Wir haben uns für das Modell Hawk entschieden, welches uns optisch am besten gefiel. Zur Erstellung dieser Review gab es noch vier weitere Modelle, die Spectre, Helios, Badger und die Eagle. Obendrauf gibt es noch alle fünf Modelle mit einem SRU Kit oder als HPA Version.

Zu unserem Unboxing auf YouTube geht es hier.

Datenblatt der SAEG Versionen

Version Gewicht Gesamtlänge Lauflänge Energie
Spectre 3030g 725 – 800mm 263mm 1.70 J
Eagle 2900g 730 – 805mm 263mm 1.70 J
Hawk 3080g 830 – 925mm 375mm 1.80 J

Helios

3000g 715 – 875mm 375mm 1.80 J

Badger

3200g 880 – 975mm 375mm 1.80 J

Lieferumfang

Im Paket befand sich neben der Hawk selbst:

  • ICS Werbebroschüre (Produktpalette)
  • Laufkappe
  • Tool zum Lösen der Barrelnut
  • Midcap Magazin

Magazine

Im Lieferumfang enthalten ist ein 150 Gramm schweres 120 Schuss MidCap Magazin in schwarz. Es ist gut verarbeitet, weist aber eine leichte Gussnaht auf. Ein markantes Erkennungsmerkmal von ICS Magazinen ist die angedeutete Füllstandsanzeige. Das Magazin rastet sauber in der Hawk ein und fällt selbstständig auf dem Magazinschacht, wenn der Magazinauswurfknopf betätigt wird. Ersatzmagazine gibt es als MidCap für 16,90€ und als LowCap für 15,90€, in den Farben Schwarz und Tan.

Wir haben verschiedene Magazine auf Kompatibilität getestet. Gut gepasst und gefeedet hat das Battleaxe PMAG Gen.3. Es fällt nur nicht von alleine aus dem Magazinschacht, lässt sich aber sehr leicht lösen. Wir haben noch ein Battleaxe PMAG der älteren Generation, dieses feedet, läuft aber etwas schwergängig im Magazinschacht. Als letztes liegt uns noch ein G&G Magazin vor. Dieses feedet zu 100%, fällt aber nicht immer von alleine aus dem Magazinschacht. Es lässt sich aber ebenfalls sehr geschmeidig lösen.

Verarbeitung und Haptik

Handschutz und Barrel

Der Mündungsfeuerdämpfer besteht aus Stahl und darunter befindet sich ein 14 mm Linksgewinde. Der Flashhider wird durch eine Madenschraube gesichert und bleibt so an Ort und Stelle.

Der Außenlauf ist einteilig und geht nahtlos in den Receiver über. Im vorderen Teil ist eine Zentrierung, wodurch der Outerbarrel bombenfest im Handschutz sitzt. Er wackelt keinen Millimeter und macht so einen sehr wertigen Eindruck.

Der Handguard ist sehr schlank designed und lässt sich gut mit der Hand umfassen. Er ist aus CNC gefrästen Aluminium gefertigt und – wie von ICS gewohnt – hervorragend verarbeitet.
Es gibt keine Grate oder scharfe Kanten. Die Aufnahmen am Handguard sind bis auf die 12 Uhr Position (=oben) M-LOK.
Für die M-LOK Plattform gibt es mittlerweile ein großes Repertoire an Anbauteilen – soll es doch klassisch sein, kann eine Picatinny Rail auf das M-LOK montiert werden. Auf der 12 Uhr Position hat man eine Picatinny Rail, welche nahtlos zum Reciever übergeht.

Body

Der Body ist AR15 typisch zweiteilig. Trotz des Splitdesigns der Gearbox ist aber erfreulicherweise kein Spiel vorhanden. Die gesamte Verarbeitung des Recievers ist ICS typisch sehr gut. Seinen Ursprung hat er in der CXP Reihe von ICS und diese ist erprobt und hat sich über die Jahre bewährt. Er besteht aus Aluminium und hat eine tolle Haptik. Der Look wirkt sehr modern. Es gibt nur wenige Kanten, die einen kleinen Hauch Futuristik einfließen lassen. Bei anderen Modellen von ICS finden wir das “future design” wesentlich ausgeprägter.

Die Bedienung ist leider nur auf Rechtshänder ausgelegt, Linksschützen haben das Nachsehen. Dafür ist der Magreleasebutton erweitert, das erleichtert den schnellen Magazinwechsel in brenzligen Situationen. Eine Schwachstelle, die viele unserer bisherigen ICS AR15 Modelle hatten, war ein nicht arretierendes Hülsenauswurffenster. Zu unserer Freude ist das bei diesem Modell nicht der Fall, auch nach stärkeren Erschütterungen löste es sich nicht unabsichtlich.

Der Feuerwahlhebel läuft schön “snappy” und springt ordentlich in jede Stellung. Das wichtigste Bedienelement der Waffe ist ein Retro Arms CNC Flat Trigger. Dieser verleiht der Waffe einen speziellen Look und zum anderen hat er eine tolle Haptik. Im Zusammenspiel mit dem CORE Mosfet und ein wenig Geschick beim Basteln, ermöglicht er auch eine hohe Feuerrate. Dazu aber später mehr!

Der Pistolengriff ist eine Neuerung und ist uns von keinem älteren ICS Modell bekannt. Der Griff ist rechts und links mit sehr vielen kleinen Noppen versehen und auf der Vorder- und Rückseite mit einer “Kästchen-Struktur”. Er ist nicht spitz oder scharfkantig und auch wenn er optisch nicht den Anschein macht, kann er auch ohne Handschuhe gut gefasst werden. Er ist gut verarbeitet und weist keine sichtbare Gussnaht auf und verleiht der Waffe einen unheimlich guten Grip!

Was uns leider überhaupt nicht gefällt, sind die riesigen Markings auf dem Body. Auf der linken Seite thront das ICS Logo, zudem ist auf der rechten Seite ein “SIRIUS” Schriftzug. Für unseren Geschmack ist das etwas viel.

Schaft

Der Schaft der Hawk erinnert an den einer H&K 416. Mit der großen Schaftkappe lässt sich die Waffe sehr komfortabel schultern. Der Akku findet in der Stocktube Platz. Es passt maximal ein 128x17x20 mm großer Akku. Dabei kann der Schaft aber nicht mehr in die erste Position gebracht werden, sondern nur in die zweite. Dank des CORE Mosfets gibt es keine ICS typische Sicherung, damit gibt es etwas mehr Platz. Zudem verlaufen die Kabel unterhalb der des Schaftrohrs und nicht in der Tube. So entfällt das lästige Verstauen der Kabel, wenn man den Stock wieder montiert.

Der Stock hat im ausgefahrenen Zustand minimal Spiel, aber für M4 Verhältnisse hält es sich in Grenzen. Rechts und links bietet der Stock Montageaufnahmen für eine QD-Mount. Zusätzlich gibt es noch eine Aufnahme am Ende des Recievers. Diese besteht aus Stahl und Tragesysteme können rechts oder links montiert werden.

Technik

Hinweis
Wir haben vorsorglich mit 0.20 Gramm BBs gechront, da bei vielen Events vom Veranstalter noch mit diesem Gewicht gemessen wird. Die anderen Messungen sind bewusst mit sehr schweren BBs durchgeführt worden.

Gewicht Energie
0.20g ~1.75 Joule
0.32g ~1.55 Joule
0.40g ~1.50 Joule

Gearbox

Der Aufbau der Gearbox ist eines der Alleinstellungsmerkmale von ICS AR15 Modellen. Die Gearbox besteht nicht aus einem Teil, sondern kommt im Splitdesign daher. Das bedeutet, dass alle Teile, die für die Kompression zuständig sind, sich in einer eigenen Box (Uppershell) befinden. Die Elektronik, sowie die Gears sind in einer anderen Box(Lowershell) separiert. Beide Teile kann man voneinander trennen und die Uppershell ist mit wenigen Handgriffen ausgebaut.

So kann die Uppershell komfortabel und einfach gewartet und dank Federschnellwechselsystem (FSWS) die Energie in Sekunden angepasst werden.

Eine weitere Besonderheit der ICS AR15 Modelle ist der Electric Blowback (EBB). Dafür zieht der Piston nicht nur die Feder auf, sondern zusätzlich noch das Verschlussblech. Hierzu aber mehr im Uppershell-Part.

Uppershell

In der Uppershell befindet sich der Piston, der durch die Gears in der Lowershell aufgezogen wird. Dieser Piston ist speziell, da die Hawk über das bereits genannte EBB (Electronic Blow Back) verfügt. Auf der Oberseite ist ein zusätzlicher Zahn, der das Verschlussblech beim Schussvorgang mit nach hinten zieht. Es ist aber rein optischer Natur, ein Rückstoß wird nicht erzeugt!
Soll das EBB deaktiviert werden (z.B. um Akkukapazität zu sparen), kann ein anderer Piston – ohne zusätzlichen Zahn – verbaut werden.

Bei normalen ICS Modellen würden wir immer dazu raten, das EBB zu deaktivieren. Durch den Standardmotor und das analoge Mosfet ist das Ansprechverhalten gefühlt eine Nuance schlechter. Dazu kommt ein leicht erhöhter Stromverbrauch. Bei den S-AEG Modellen der Sirus-Reihe steht durch das CORE Mosfet und den Tienly Motor aber genügend Power bereit und das EBB kann problemlos mitlaufen.

Auf lange Sicht wird der Piston aber wahrscheinlich ausgetauscht werden müssen, da er über keine volle Stahlzahnreihe verfügt und je nach verbauter Feder und verwendetem Akku früher oder später Verschleiß aufweisen wird. Die ersten 6 Zähne sind aus POM Kunststoff, wirken aber sehr widerstandsfähig. Sie sollten gut 1-2 Jahre halten, bis sie langsam verschleißen. Zusätzlich bietet der Piston ein Lager, damit sich die Feder frei drehen kann.

Der Cylinder ist gut verarbeitet und im Inneren aufpoliert. Er hat ca. 75 % des Volumens zur Verfügung, was im Zusammenspiel mit dem 375 mm Lauf und schweren BBs zu einem Energieabfall führt. Bei 0.20 g leistet die Hawk 1.8 J, bei 0.32 g fällt sie aber auf 1.55 J und bei 0.40 g sogar auf 1.5 J ab. Soll die Waffe mit schweren BBs betrieben werden, sollte der Cylinder getauscht werden, um keine Energie zu verlieren. Und selbst, wenn nur mit 1.5 J gespielt werden soll, lohnt es sich bereits bei 0.32g den Cylinder zu tauschen, denn dann kann die Federstärke reduziert werden, was bei der gewünschten Energie zu weniger Verschleiß führt.

Der Cylinderhead ist sehr einfach gehalten und bereits aus früheren ICS Modellen bekannt. Er ist aus POM, hat eine eher kleine und harte Aufprallfläche und sitzt etwas locker im Cylinder. Um 100% Dichtigkeit zu erreichen, sollte er mit zwei Lagen Teflonband umwickelt werden. So bleibt er auch auf lange Zeit dicht.

Sollte der relativ laute Aufprall stören, kann er gegen einen anderen Cylinderhead getauscht werden, zum Beispiel von Lonex. Dieser hat eine größere Aufprallfläche und ist zusätzlich im vorderen Bereich gedämpft. Alternativ gibt es bei Begadi einen Cylinderhead der Firma TOPMAX. Wir haben hier leider noch keine Erfahrungen gemacht, aber bis jetzt nur Gutes gehört, besonders hinsichtlich des verbauten Sorbopads.

Der Pistonhead ist ebenfalls ein alter Bekannter: Er besteht aus POM und er verfügt über acht Ventilationslöcher. Er ist widerstandsfähig und sollte eine ganze Weile standhalten, dennoch verstärkt er das ohnehin prägnante Aufprallgeräusch. Ein Silentpistonhead, wie in der E&L Diamond Series, hätte hier Abhilfe geschaffen.

Das Nozzle hat von ICS ein Update erhalten:  Standardmäßig wird in dieser Waffe das ICS Aluminium Nozzle mit O-Ring verbaut.

Obwohl das Setup aus Pistionhead, Cylinder bzw. Cylinderhead und Nozzle schon ein wenig betagt ist, dichtet es trotzdem relativ gut ab. Leider aber eben nicht zu 100%. Schuld daran ist der doch etwas locker sitzende Cylinderhead. Wertet man diesen – wie schon genannt – mit ein wenig Teflonband auf, ist das System aber dicht.

Als letztes in der Uppershell bleibt noch der Springuide. Hier gibt es nichts zu bemängeln, er ist extrem robust und hat sich über die Jahre stets bewährt. Er hat, ebenso wie der Piston, ein Lager, damit sich die Feder frei drehen kann. Achtung: Dadurch verfügt die Feder über etwas Vorspannung!

Zur Uppershell kann man nichts Schlechtes sagen. Sie ist im vorderen Teil verstärkt und uns selbst ist keine ICS Shell bekannt, die je gebrochen wäre, jedenfalls bei normaler Benutzung.
Ein kleiner Neutralpunkt: ICS hätte der Uppershell im Laufe der Jahre geradiuste Ecken spendieren können. Aber weil die Shell ansonsten sehr massiv ist, hier nur ein Neutralpunkt!

Bei vielen der neuen ICS Modelle, wie zum Bsp. der ICS CXP-ARC und der ICS PDW S3 kommen neue Internals zum Einsatz. Auf der MOA 2019 wurde veröffentlicht, dass diese Modelle einen Piston mit Vollstahlzahnreihe, einen Aluminum Cylinderhead mit beidseitiger Dämpfung und einen Aluminium Pistionhead in sich tragen.

Wir würden uns in der Zukunft wünschen, dass ICS hier angemessen Produktpflege betreibt und auch die “älteren” Modellreihen diese Internals erhalten. Alles in allem hat die Hawk keine schlechten Internals! Sie sind aber leider nicht mehr ganz auf dem Stand der Zeit.

Lowershell

Die Lowershell beherbergt die Elektronik (CORE Mosfet) und die Gears. Die Gears haben eine 18:1 Standardübersetzung und bieten damit noch die Möglichkeit auf eine schnellere Übersetzung zu wechseln. Begadi bietet bei der Sirius aber auch einen Short Stroke auf 13 Zähne an. Bei den kürzeren Versionen macht das auf jeden Fall Sinn, da hier nicht das volle Volumen benötigt wird, auch nicht bei schwereren BBs. Bei der Hawk würden wir das Short Stroke nur empfehlen, wenn maximal 0,28 g BBs gespielt werden, denn sonst könnte die Luft knapp werden und die Energie abfallen.

ICS Gears sind für ihre Belastbarkeit bekannt, ohne schlechte Gewissen kann mit ihnen eine M130 Feder genutzt werden. Positiv ist uns das Klangbild aufgefallen. Andere ICS Modelle weisen ein deutlich wahrnehmbares Kreischen auf, aber bei unserem Modell hört man nur den Aufprall des Pistonheads. Die Gears sind über 7 mm Stahllaufbuchsen in die Lowershell eingebettet. Es wäre schön, wenn ICS mit der Zeit gehen würde und auf 8 mm oder sogar 9 mm Lager umsteigen würde.

Gesteuert wird alles über das schon genannte CORE Mosfet. Dadurch ist das Ansprechverhalten sehr schnell und der Schusszyklus stets sauber. Die genaue Funktionsweise und Feature haben wir in unserem Review zur E&L AK 74UN ausgeführt. Größter Unterschied ist die V2 Bauweise, im Gegensatz zur V3 Bauweise der AK. Hierbei drückt zum einen der Retroarms Trigger direkt auf den Mikrotaster, dadurch kann man den Abzug nicht mehr weiter durchdrücken, nachdem der Schuss gebrochen ist. Bei der V3 Version erfolgt die Betätigung des Mikrotasters über eine Umlenkung und man konnte den Abzug noch 1-2 mm weiter durchdrücken, nachdem der Schuss gebrochen ist.

Des Weiteren arbeitet das CORE Mosfet mit der mechanischen V2 Sicherung. Sollte der Abzugsweg verkürzt werden, muss beachtet werden, dass die Sicherung noch greifen kann. Ist der Abzugsweg zu kurz, kann es sein, dass der Arm der Sicherung zu lang ist und mit dem Abzug kollidiert

Der Druckpunkt des Tasters ist über den Abzug gut zu spüren und es lässt sich so leicht und kontrolliert im hinteren Teil triggern. Um den Abzug weiter anzupassen, kann der Abzug unterfüttert werden, damit er näher an den Taster wandert. Alternativ kann ein Maxx Trigger erworben werden. Dieser kann über zwei Madenschrauben im eingebauten Zustand perfekt eingestellt werden.

Die Vorspannung kann verstellt werden, damit er trotz kurzem Abzugsweg noch straff und schnell läuft. Und natürlich den Abzugsweg selbst. Es sollte aber stets kontrolliert werden, dass die Sicherung noch greift! Nachdem die gewünschte Einstellung gefunden ist, sollte mittelfeste Schraubensicherung zur Fixierung aufgetragen werden.

Zum Schluss bleibt noch die Betrachtung des Tienly 25K Super High Torque Motors. Diesen verbauen wir im Team selbst auch am liebsten, weil er eine enorme Kraft im Semi Betrieb entfaltet und das Ansprechverhalten merklich steigert. Zusammen mit dem CORE Mosfet ist das Ansprechverhalten wirklich gut und er bleibt auch nach einer schnelleren Schussabfolge noch handwarm. Wir empfehlen diesen Motor aber nicht nur wegen seiner guten Performance, sondern auch seiner herausragenden Effizienz.

Wir haben viele Setups, die durch ein Titan gesteuert werden. Dort ist gut auszulesen, wie die durchschnittlichen Spannungsspitzen mit diesem Motor abfallen. Zusätzlich merkt man es an den Akkus. Diese werden nicht so schnell warm, wie bei der Benutzung von schwachen Standardmotoren. Gerade für Setups mit nur geringem Platz für Akkus, kann dieser Motor das Akkuleben merklich steigern.

Im folgenden Clip ist das Ansprechverhalten mit 7.4 V und 11.1 V zu sehen:

 

HopUp und Lauf

Die Lauf- und HU-Kombination ist bei ICS schon älter, aber dafür bewährt! Es ist ein 375 mm langer, mit einem Durchmesser von 6.04 mm, Lauf verbaut. Dieser bietet eine gute Balance zwischen einem Standard 6.08 mm Lauf und den sehr engen 6.01 mm Läufen, die man sonst oft bei anderen Herstellern findet. Er besteht aus Aluminium und muss wie so gut wie jeder neue Lauf erst einmal gereinigt werden.

Das Lauffenster ist 6.1 mm breit und 4.2 mm lang und bietet damit genügend Spielraum für ein TruSight Bucking, aber für ein TNT reicht es leider nicht! Wir haben in einem älteren CXP Modell schon ein TruSight Gummi, in Kombination mit einem Flat Nub von Promethues, verbaut und waren positiv überrascht.

Laut Begadi gibt es bei manchen Modellen Probleme mit dem Bucking, weswegen jede Waffe vor der Auslieferung getestet wird. Sollten Probleme auftreten wird ein Maple Leaf Bucking verbaut. Bei unserem Modell gab es wohl solche Probleme, denn es war bereits ein schwarzes Maple Leaf Bucking verbaut.

Zwar wurde ein Maple Leaf Bucking verbaut, es wurde aber leider kein Omega Nub oder ein ähnlich konkaver Nub eingesetzt. Als wir die Hawk zerlegt und wieder montiert haben, hat es uns viel Zeit und Nerven gekostet, dass das Bucking perfekt gedrückt wird. Wir haben das Bucking mehrfach neu ausgerichtet, aber sobald man Druck auf die Patchfläche ausübte, kam diese nicht perfekt gerade durch das Lauffenster. Der verwendete Standard Nub ist zu weich und drückt ungleichmäßig auf das Maple Leaf Bucking.

Sollte ein Maple Leaf Bucking zum Einsatz kommen, empfehlen wir auf jeden Fall die Verwendung eines passenden ML Omega Nubs oder eines ähnlich konkaven Nubs.
Dass Begadi überhaupt ein höherwertiges Maple Leaf Bucking verbaut, ist zwar positiv zu werten, am Ende entscheidet aber die Präzision auf dem Feld!
Das Fenster für den Nub ist ausreichend groß um einen Flatnub von Prometheus zu betreiben und lässt damit genügend Spielraum für alle gängigen Setups.

Die HopUp Unit besteht aus Zinkdruckguss und wird im Rotarystyle verstellt. Das geschieht stufenlos und sie läuft nicht zu leichtgängig. Bei uns ist es noch nicht vorgekommen, dass sie sich unabsichtlich verstellt.
Man erreicht sie über das Hülsenauswurffenster. Der Ladehebel muss leider festgehalten werden und arretiert nicht – in dieser Preisklasse sehr schade.

Praxistest

 

Wir haben die Hawk am 04.07.2020 in Mahlwinkel bespielt und auch den Schusstest durchgeführt.  Mit 0.32 Gramm BBs konnten wir noch Manntreffer auf 68m landen. Leider kam es durch die schon beschriebene Schieflage des Maple Leaf Buckings zu Verreißern nach links. Hier drifteten die BBs nach ca. 50 Meter nach links ab. Bei dem Schusstest haben wir dieses Abdriften korrigiert indem wir weiter nach rechts gezielt haben, aber das ist natürlich nicht sehr tauglich im normalen Spiel. Dennoch waren dann Treffer auf 68m möglich und das sagt schon einiges. Wir haben die Hawk auch probeweise mit 0.40 Gramm getestet, aber da merkte man deutlich, dass das vorhandene Volumen dafür nicht ausreichte und die 0.40 Gramm früher abfielen als die 32er.

Fazit

Es ist die erste ICS, die wir zum Review hatten, aber es wird nicht die letzte gewesen sein! Die Verarbeitung des Bodies ist erwartungsgemäß gut und die Internals sind grundsolide, auch wenn sie nicht mehr ganz auf dem Stand der Zeit sind. Man macht mit ihnen nichts falsch, aber es gibt viele Hersteller auf dem Markt, die für eine geringe (Mehr)Investition, bessere Internals liefern. Was dafür so gut wie kein Hersteller bietet, ist das Split Design der Gearbox. Es ist einfach unglaublich komfortabel, an einer ICS zu schrauben oder sie zu warten. Damit eingeschlossen ist das Federschnellwechselsystem, die Feder kann innerhalb einer Minute gewechselt werden!

Eine der größten Besonderheiten dieser Modellreihe und auch der Grund, weswegen wir trotz einiger Kritikpunkte eine Kaufempfehlung aussprechen: Das CORE Mosfet im Verbund mit dem Tienly Motor. Wir hatten das CORE Mosfet ja schon in der E&L AK 74UN bestaunen dürfen, aber zusammen mit diesem Motor ist das noch mal eine ganz andere Liga. Das Ansprechverhalten ist wirklich extrem schnell und zusammen mit den schon bekannten Features wie der Akku- und Zyklenüberwachung sowie den vier Jahren Gewährleistung ist das Gesamtpaket sehr attraktiv.

Wer also die grundsolide Plattform einer ICS, gepaart mit dem schnellen Ansprechverhalten sucht und sich aber nicht scheut, noch die Hopup Kombi zu optimieren, macht hier absolut nichts falsch!

Pro

Contra

Verarbeitung und verwendete Materialien (Haptik) Internals nicht mehr auf dem Stand der Zeit
Ansprechverhalten des CORE Mosfets und sehr guter Druckpunkt Ausreißer beim Schussbild
Federschnellwechselsystem (FSWS) Fehlendes Volumen für schwere BBs
Splitgearbox
Wartungsfreundlich

Fotos

Alle obigen und ein paar zusätzliche Fotos findest du in dieser Galerie: