ICS SIRIUS “PDW9”
REVIEW

Vorwort

Heute haben wir erneut eine Waffe des Herstellers ICS auf dem Reviewtisch – aber diesmal ein ganz besonderes Modell! Viele Hersteller haben es vorgemacht und die Spieler haben es freudig angenommen, die Rede ist von Airsoftwaffen im PDW (Personal Defense Weapon) Stil. ICS hat in diesem Segment nachgezogen und die PDW9 auf den Markt gebracht. Wie die Konkurrenz, ist sie klein, extrem führig und setzt auf Stangenmagazine samt PDW-Skelettschaftstock. Aber wie setzt sie sich von den anderen PDW-Modellen ab? Das werden wir näher beleuchten, denn ICS hat sich diesmal sehr viel Mühe gegeben!

Unser Modell wurde von Begadi bereitgestellt, vielen Dank dafür! Wie viele neue ICS Modelle wird auch die PDW9 aus dem Hause Begadi in der “Sirus” Version geliefert. Das bedeutet, dass bereits ein Begadi CORE Mosfet sowie ein Tienly 25K verbaut sind. Diese Konstellation haben wir in unserem letzten Review, der ICS Hawk, schon näher vorgestellt. Da die PDW9 durch ihre Größe und der relativ geringen Energie für den CQB Einsatz prädestiniert ist, haben wir noch einen Short Stroke seitens Begadi veranlasst. Was es damit auf sich hat, ist später im Technikpart des Reviews zu lesen.

Zu unserem Unboxing auf YouTube geht es hier.

Lieferumfang

Im Paket befand sich neben der PDW9 selbst:

  • ICS Werbebroschüre
  • Tool zum Lösen der Barrlenut
  • Gebrauchsanweisung mit Explosionszeichnung
  • MidCap Magazin

Magazine

Das mitgelieferte MidCap wiegt 143 Gramm und fasst 120 BBs. Es ist gut verarbeitet, nur auf der Vorderseite weist es eine Gussnaht auf. Es ist ein Stangenmagazin und verleiht der PDW9 ihren sehr speziellen Look. Zusätzlich ist es leicht transparent im Stile “Smoky”. So sind die geladenen BBs im vorderen Teil des Magazins einsehbar.

Die unteren 20 % sind texturiert und geben dem Magazin einen guten Grip, zudem ist der Magazinboden seitlich erweitert. So gibt es einen sehr guten Griffpunkt, um das Magazin aus der Pouch zu ziehen. Sehr positiv fallen die Patronennachbildungen (Fakebullets) auf. Bei den meisten Magazinen ist es nur ein einfacher Sticker. Bei dem PDW9 Magazin sind die Patronen aber wirklich vorhanden und im unteren Teil ist noch eine Magazinfeder sichtbar.

Die MidCap Magazine sind bei Begadi für 24.90 € erhältlich. Es gibt auch noch ein HighCap, welches aber aktuell nicht bei Begadi geführt wird.

Zum Punkt Magazinkompatibilität können wir leider nichts sagen, da uns kein anderes PDW Modell vorliegt. Es sollen laut Aussagen im Netz aber eh keine anderen Magazine passen, jedenfalls nicht ohne Bearbeitung. Damit ist man leider auf die relativ preisintensiven ICS Magazine angewiesen.

Verarbeitung und Haptik

Handschutz und Barrel

Die Vorderseite wird von einem Schalldämpfer geziert. Dieser ist leider nicht mit Schaumstoff ausgefüllt und das Schussgeräusch wird dementsprechend nicht gedämpft. Sollte dies gewollt sein, muss das Röhrchen im Inneren entfernt und Schaumstoff zugeschnitten und platziert werden. Natürlich kann auch ein anderer Schalldämpfer montiert werden (es handelt sich um 14 mm Negativgewinde (CCW)). Dabei ist zu beachten, dass er einen maximalen Durchmesser von 34 mm haben darf, um in den Handschutz zu passen.

Durch das Röhrchen passt aber auch perfekt ein längerer Innenlauf. So kann der Innenlauf gewechselt und gleichzeitig um ca. 70 mm verlängert werden.

Wird für den CQB Einsatz ein lautes und eindrucksvolles Schussgeräusch bevorzugt, bietet es sich an, den Schalldämpfer gegen einen Amplifier zu tauschen. Durch das massige Volumen wird die kleine PDW sehr laut!

Der Handguard ist sehr gut verarbeitet, er weist keine scharfen Kanten oder ähnliches auf. Die Aufnahmen am Handguard sind bis auf die 12 Uhr Position (=oben) M-LOK und bieten genügend Möglichkeiten, Accessoires zu montieren. Auf der oberen Seite ist eine 22mm Picatinny Rail, aber nur im vorderen Bereich – sie reicht aus, um ein Korn oder einen kleinen Rotpunkt zu montieren. Mittig ist der Handguard leicht verschlankt und die Picatinny Rail wurde unterbrochen. So kann der Handguard sehr komfortabel mit der Hand umfasst werden. Der Handguard vermittelt ein sehr wertiges Gefühl und es macht einfach Spaß, die kleine PDW9 damit zu führen.

Body

Beim oeberen Teil des Bodys findet man das bekannte Design der CXP-Reihe. Er ist sehr modern gehalten und gut verarbeitet. Auf dem oberen Teil befindet sich eine Picatinny Rail, die in den Handguard übergeht. Das Hülsenauswurffenster ist passend zu der 9 mm Kaliber Größe dimensioniert. Es ist Bronze gefärbt und kann über den Charginghandle arretiert werden. Der untere Teil des Bodys gibt der PDW9 ihren einzigartigen Look. Hier befindet sich der Magazinschacht, der ebenfalls mit Abmessungen im 9 mm Design gehalten ist. Der Magazinschacht ist geriffelt, um guten Grip bei Führung am Magazinschacht zu gewährleisten.

Um das Magazin aus der PDW9 zu lösen, gibt es drei Releasebuttons. Zwei befinden sich rechts und links am Lower, an den AR15 typischen Stellen und können mit dem Zeigefinger betätigt werden. Ein dritter Releasebutton befindet sich an der Unterseite des Magazinschachtes. Er kann mit dem Daumen betätigt werden, wenn man das Magazin entnimmt.

Neben dem unteren Releasebutton befindet sich der Verschlussfanghebel. Dieser ist beidseitig bedienbar und befindet sich auf der rechten und linken Seite des Magazinschachtes. Mit ihm kann man das Hülsenauswurf Fenster wieder schließen, wenn es arretiert wurde. Ein sehr nettes Feature, welches wir bei einigen ICS Modellen schon vermisst haben!

Leider hat der Handguard einen leicht anderen Schwarzton als der restliche Body der PDW9. Gleichzeitig ist der Schwarzton auch etwas matter und nicht so glänzend wie der Body. Es fällt nicht sofort ins Auge, aber für detailverliebte Sammler könnte das ein Manko sein.

Der Pistolengriff hat dieselbe Texturierung wie der der ICS Hawk. Er fasst sich sehr schön an und gibt einen sehr guten Halt. Eine große Besonderheit des Pistolgrips ist die 20° Neigung. Er ist nicht wie die meisten Griffe der AR15 Plattform angewinkelt, sondern eher wie eine Pistole. Damit steigert sich die gute Führung der PDW9 noch ein mal. Es klingt wie eine Kleinigkeit, aber durch den Neigungswinkel, ist auch das Handgelenk anders angewinkelt und so lässt sich die PDW9 komfortabler und besonders eng am Körper führen – eben wie eine Pistole.

Schaft

Der Schaft ist der Namensgeber der PDW9. Es ist ein PDW-Schaft mit drei möglichen Positionen. Die Schienen bestehen aus Stahl und machen einen sehr massiven Eindruck. In der mittleren Position hat er minimales Spiel, in der letzten Position wackelt er doch merklich. Das Spiel in der mittleren Position kann man mit ein paar Lagen Tape in Ordnung bringen. In der äußersten Position liegt der Schaft aber auf dem Deckel des Akkufachs auf – hier sollte kein Tape verwendet werden.

Unter dem Schaft befindet sich das Akkufach. Um den Akku einzulegen, muss der Schaft komplett ausgefahren und gelöst werden. Um über die letzte Position hinauszukommen, muss am Hebel ein zusätzlich eingelassener Sicherungshebel betätigt werden. So ist es ausgeschlossen, dass sich der Schaft unabsichtlich löst. Darunter kommt ein kleiner Deckel zum Vorschein. Um diesen zu öffnen, muss eine Plastiknase eingedrückt und der Deckel ausgehakt werden. Diese Plastiknase läuft extrem straff, den Deckel mit bloßen Händen zu öffnen, ist sehr schwer. Man sollte die Spitze eines Schraubendrehers oder etwas Ähnliches zu Hilfe nehmen.

In das Akkufach konnten wir maximal einen Akku mit den Maßen 101x20x16 mm unterbringen. Hierbei sei gesagt, dass die Kabel unserer Akkus gekürzt sind. Ein Akku mit diesen Maßen passt auch mit einem normal langen Akkukabel, es wird aber sehr fummelig. Es bieten sich klar Akkus im PEQ-Format an. Begadi bietet hier eine Alternative mit 11.1V und 1300mAh für 21.90 € an.

Technik

Bevor wir uns mit den technischen Komponenten der Waffe befassen, haben wir die Waffe natürlich gechront.

Hinweis
Wir haben vorsorglich mit 0.20 Gramm BBs gechront, da bei vielen Events vom Veranstalter noch mit diesem Gewicht gemessen wird. Die anderen Messungen sind bewusst mit sehr schweren BBs durchgeführt worden.
Gewicht Energie
0.20g ~0.71 J
0.25g ~0.78 J
0.32g ~0.80 J
0.40g ~0.83

 

Gearbox

Wie bei den meisten AR15 Modellen von ICS, hat auch die PDW9 eine Splitgearbox. So ist der obere Teil der Gearbox (Uppershell) mit nur wenigen Handgriffen entfernt und dank FSWS die Energie in wenigen Sekunden angepasst. Zusätzlich kann die Waffe so sehr komfortabel gewartet oder getunt bzw. repariert werden. Für uns eines der größten Pluspunkte bei ICS!

Uppershell

Die Uppershell macht einen sehr guten und wertigen Eindruck. Es gibt keine Grate oder sonstiges. Leider hat auch die PDW9 keine geradiusten Ecken am Cylinderfenster, aber bei der geringen Energie ist das nicht negativ zu bewerten. Leider findet sich, im Gegensatz zur Hawk, auf der Explosionszeichnung keine Teilenummer für die Uppershell. Daher können wir nicht genau sagen, ob diese kompatibel sind. Äußerlich machen sie aber den Anschein und auf der ICS Homepage gibt es auch keine extra geführte Shell für die PDW9.

In der Uppershell befindet sich der Piston, der durch die Gears in der Lowershell aufgezogen wird. Dieser Piston verfügt über einen zusätzlichen Zahn an der Oberseite, um das Verschlussblech zu bewegen. Wie auch in der Hawk, ist in der PDW9 das ICS EBB verbaut. So wird das Verschlussblech bei jedem Schusszyklus mitbewegt. Bei unserer Version wird das Verschlussblech aber nicht vollständig aufgezogen. Durch den verbauten Short Stroke fährt der Piston nicht vollständig nach hinten und somit auch nicht das Verschlussblech. Dazu aber mehr im Part zur Lowershell.

Durch die geringe Energie der PDW9 würden wir auch nicht unbedingt empfehlen, den Piston zu tauschen. Auch wenn hier die ersten 6 Zähne aus POM bestehen, sollte sich der Verschleiß durch die geringe Energie in Grenzen halten. Auch höhere Federstärken sollte der Piston – je nach Spieleinsatz – einige Zeit durchhalten.

Der Pistonhead besteht aus POM und verfügt über acht Ventilationslöcher und ein Lager für die Feder. Auch hier gilt: Bei der geringen Energie der PDW kann er weiter verwendetet werden. Der Piston sollte eine ganze Zeit lang standhalten. Sollte das relativ laute Aufprallgeräusch stören, kann er gegen ein Silence Pistonhead ausgetauscht werden.

Der Cylinderhead hat nur eine sehr dünne und harte Aufprallfläche. Dadurch ist der Aufprall des Pistons sehr laut. Zum anderen sitzt er etwas locker im Cylinder. Dadurch dichtet er nicht zu 100% ab. Dieses Problem kann mit 1-2 Lagen Teflonband behoben werden.

Um das Aufprallgeräusch zu dämpfen, empfehlen wir den Cylinderhead von Lonex oder TOPMAX. Beide haben eine Dämpfung im vorderen Bereich und schonen so die Gearbox. Das Exemplar von TOPMAX hat zudem eine sehr üppige Aufpralldämpfung, die zum einen in verschiedenen Härtegraden erhältlich ist und gleichzeitig den AOE korrigiert. Bei der Verwendung des TOPMAX wird ein Piston mit 14.5 Zähnen benötigt (z.B. von Retro Arms).

Der Cylinder ist ebenso Standard und wurde nicht extra an den kurzen Lauf angepasst. Er ist aufpoliert und besteht aus Messing.

Das Nozzle besteht aus Aluminium und war uns bisher nicht bekannt. Es hat eine Länge von 20.92 mm und einen O-Ring. Es läuft sehr sauber auf der Pipe des Cylinderheads und dichtet sehr gut ab.

Der Springguide besteht aus Stahl und ist sehr solide. Er verfügt über ein Lager und somit sind in der PDW9 am Springguide und am Pistonhead Lager verbaut. Der Springguide verfügt auch über das bereits genannte Federschnellwechselsystem (FSWS), so ist es möglich, die Energie sehr schnell anzupassen. Die verwendete Feder schätzen wir auf eine M100, wobei die Shell ohne Bedenken einer M130 standhalten sollte.

In der Gesamtheit sind die Internals völlig in Ordnung. Für den Preis sind sie aber leider nicht mehr ganz auf dem Stand der Zeit. Besonders der Cylinderhead wird dem Gesamtpaket nicht gerecht. Dazu muss man aber wissen, dass es zwei Versionen der PDW9 gibt. Einmal die normale, die auch hier vorliegt und eine S3 Version. In der S3 Version ist zum einen das SSS-Trigger-System von ICS verbaut aber auch ein Piston mit voller Stahlzahnreihe, ein Aluminium Pistonhead und ein Aluminium Cylinderhead mit beidseitiger Dämpfung.

Wir können natürlich verstehen, dass Begadi sich hier für die normale Version entscheidet, da hier auch das CORE Mosfet verbaut wird. Leider bleiben dabei aber einige Internals auf der Strecke. Es wäre schön gewesen, wenn zumindest der Cylinderhead seitens Begadi getauscht worden wäre.

Lowershell

In der Lowershell befinden sich Gears mit einer 18:1 Übersetzung und das Begadi CORE Mosfet. Die Gears sind Standard ICS Gears und sehr haltbar. Bei unserer PDW9 haben wir die Gears seitens Begadi modifizieren lassen. Sie haben einen Short Stroke auf 13 Zähne erhalten.

Was ist ein Short Stroke und wofür ist das sinnvoll?

Bei einem Short Stroke werden Zähne am Sectorgear abgetragen. Dieses Gear zieht den Piston auf. Wurde der Piston vollständig aufgezogen, löst sich der Schuss. Durch einen Short Stroke verkürzt sich die Strecke, die der Piston aufgezogen wird. Dadurch löst sich zum einen der Schuss schneller und die Gearbox wird etwas geschont, da nicht die gesamte Feder gestaucht und so auch weniger Energie abgegeben wird.

Ein Short Stroke bringt aber auch Nachteile mit sich. Zum einen verliert die Waffe etwas Energie, zugleich aber auch Cylindervolumen. Wenn der Piston nicht mehr vollständig aufgezogen wird, komprimiert er auch nicht die gesamte Luft im Cylinder.

Speziell bei der PDW sind diese Nachteile aber zu vernachlässigen. Sie hat einen extrem kurzen Lauf von 160 mm und gleichzeitig einen Cylinder mit ca. 3/4 Volumen. Das Volumen ist mehr als ausreichend und somit muss der Piston nur bis zum seitlichen Loch des Cylinders aufgezogen werden, also zu ca. 75 %. Die Energie, die man durch die geringe Federstauchung verliert, belief sich in unserem Fall auf ca. 0.2 Joule.

Für den Einsatz im CQB ist sie jetzt perfekt! Sie hat eine geringe Energie, gleichzeitig ein extremes Ansprechverhalten durch das Core Mosfet, den Tienly 25K Motor und das Short Stroke. Für den Einsatz im offenen Gelände kann die Federstärke und das BB-Gewicht erhöht, wahlweise natürlich auch noch das HopUp Gummi getauscht werden.

Das Volumen zusammen mit dem kurzen Lauf reicht dafür immer noch aus. Laut unseren Chronoergebnissen nimmt die Energie mit schwereren BBs sogar noch etwas zu. Von 0.20 g auf 0.40 g waren es ca. 0.15 Joule. Es könnte also auch ein noch längerer Lauf verbaut werden. Dank des Schalldämpfers würde z.B. ein 229 mm MP5 Lauf perfekt passen. Leider hatten wir keinen passenden Lauf zum Testen.

Wir würden auf jeden Fall empfehlen, die PDW bei Begadi stroken zu lassen, da die Durchführung seitens Begadi nur 14.90 € kostet.

Das verbaute CORE Mosfet haben wir in unserer Review zur E&L AK 74UN schon näher beleuchtet und seine Vorteile offengelegt. Hier wird logischerweise die V2 Version verbaut, die der V3 Version technisch aber in nichts nachsteht.

Zusammengefasst ist es durch das CORE Mosfet nicht mehr möglich, die PWD9 zu jammen. Jeder Schusszyklus wird sauber durchlaufen und das bei 7.4 V als auch bei 11.1 V. Das CORE schaltet bei einem zu geringen Akkustand ab und bestätigt dies mit einem Vibrieren des Motors. Es kann im Semibetrieb mit unglaublichen 240 A belastet werden. Zusätzlich verfügt das CORE noch über eine adaptive ActiveBreak, welche den Motor je nach Federstärke und Akkustand abbremst. So werden der Motor und die Kohlen, im Gegensatz zu herkömmlichen AB Mosfets, geschont.

Der Druckpunkt bei dem V2 CORE ist sehr gut spürbar und es lässt sich sehr sauber triggern. Durch den verbauten Retro Arms Trigger macht es einfach nur Spaß! Der Abzug kann natürlich noch weiter optimiert werden, zum Beispiel mit einem Maxx Trigger. Dieser kann wahlweise auch direkt von Begadi verbaut und eingestellt werden.

Der Maxx Trigger wird im komplett verbauten Zustand über Madenschrauben feinjustiert.  Es kann die Vorspannung verstellt werden, damit der Abzug straff und schnell läuft und natürlich der Abzugsweg selbst. Es sollte aber stets kontrolliert werden, ob die Sicherung noch greift! Nachdem die gewünschte Einstellung justiert wurde, sollten die Madenschrauben mit mittelfester Schraubensicherung fixiert werden.

Der größte Pluspunkt ist aber die erweiterte Gewährleistung. Diese wird durch Begadi auf 4 Jahre erweitert, wenn ein CORE Mosfet verbaut wurde!

 

Als letzte Besonderheit der Sirius Version ist ein Tienly 25K Motor verbaut. Diesen haben wir auch schon oft genannt und gelobt. Er hat ein ungeheuer starkes Drehmoment, welches ihn im Semibetrieb fast konkurrenzlos macht. Zudem hat er ein CNC gefrästes Gehäuse mit Lüftungsschlitzen, so bleibt er auch bei längerer Belastung noch handwarm. Der Grund, weswegen wir ihn selbst so gerne verbauen, ist aber seine Effizienz. Viele Airsoftwaffen sind im Akkuplatz limitiert. Der Tienly 25K Motor hat nachweislich geringe Lastspitzen als vergleichbare Motoren und schont so die Akkus. So hat er nicht nur eine gute Performance, sondern schont auch nachweislich das gesamte System.

Bei der PDW9 gibt es eine Besonderheit bei der Montage des Motors. Die Motorkappe wird nicht wie üblich mit Schrauben gesichert. Stattdessen wird die Kappe über zwei Pins fixiert, die in zwei Haltenasen laufen. Bei der Verwendung der Standardfeder ist uns nichts Negatives aufgefallen. Als wir aber auf eine M120 gewechselt haben, haben sich die Pins nach mehreren Schüssen langsam gelockert und das CORE blockierte den Motor. Wir können nicht genau sagen, woran es lag. An der höheren Leistung des Motors bei der Verwendung der M120 oder an der stärkeren Erschütterung. Wir haben daraufhin die Pins mit ein paar Lagen Teflonband umwickelt. So sitzen sie sehr viel straffer in ihren Führungen und die Haltenasen bauen mehr Druck auf. Seitdem ist der Fehler nicht noch einmal aufgetreten.

Die Lowershell hat – im Gegensatz zur Lowershell in der ICS Hawk – ein Update bekommen. Zum einen wurde die Lagerung von 7 mm auf 8 mm erweitert. Mit 8 mm erhöht sich die ohne hin schon sehr gute Haltbarkeit der Shell noch einmal und es ist toll, dass ICS hier mit der Zeit geht. Des Weiteren hat die Lowershell nun eine Kabelführung am Beavel- bzw. Piniongear. So werden die Kabel sauber unter dem Gear geführt und bei der De- oder Montage des Motors besteht nicht mehr die Gefahr, die Isolierung zu beschädigen.

Alles in allem ist die Lowershell sehr robust und hat sich über die Zeit bewährt. Zusätzlich hat die Lowershell der PDW9 einige kleine, aber feine Updates erhalten.

Der folgende Clip bietet einen kurzen Einblick vom Ansprechverhalten mit 7.4 V und 11.1 V:

HopUp und Lauf

Die HopUp Unit sowie der Lauf sind Standard ICS Komponenten. Der Lauf ist 160 mm lang und hat einen Durchmesser von 6.04 mm. Da im Airsoft die Lauflänge aber eher eine geringe Rolle spielt, ist das keinesfalls ein Nachteil. Der Lauf besteht aus Aluminium und muss – wie so gut wie jeder neue Lauf – erst einmal gereinigt werden.

Das Lauffenster ist 6.1 mm breit, 4.2 mm lang und bietet damit genügend Spielraum für Buckings mit breiter Patchfläche. Ein Trusight passt problemlos. Damit kann diese kleine Waffe auch schwere BBs hoppen, eine leicht stärkere Feder vorausgesetzt. Es könnte auch ein 229 mm langer Lauf verbaut werden, da der verbaute Lauf am Schalldämpfer endet.

Im Gegensatz zur Hawk ist diesmal kein Maple Leaf Bucking verbaut, sondern ein Standard Bucking mit einer eher veralteten Patchfläche. Der Nub ist ebenso Standard und übt nur punktuell Druck auf das Bucking aus.

Sollen schwere BBs genutzt werden, sollte das Bucking gegen ein Maple Leaf oder TruSight getauscht werden. Der Nub sollte dann einem großflächigen und konkaven Nub weichen.

Praxistest

Wir konnten die ICS PDW9 in Plessa beim “Plessa Summer Splash #2” testen. Geladen waren 0.25 g BBs. Mit den 0.8 J der PWD9 waren noch wiederholbare Manntreffer auf 58 m möglich. Es war windstill und geschossen wurde in einer relativ geschützten Halle. Das Standard Bucking hoppt 0.2-0.25 g BBs sehr gut. Wir haben auch 0.32 g getestet, diese funktionierten aber nur mit 100% Hop. Damit kamen wir etwas weiter als mit 0.25g aber der Verschleiß des Buckings wäre enorm und die Energie fiel um fast 0.3 J ab. Wir würden in diesem Setup zu 0.25 g raten. Schwere BBs nur, wenn das Bucking samt Nub gewechselt wird.

Wir haben daraufhin die Feder der PDW9 gegen eine M120 von Lonex getauscht. Damit konnten wir 1.2 J, bei der Verwendung von 0.25 g BBs erreichen. Gleichzeitig haben wir das Bucking gegen ein TruSight in Kombination mit einem weichen Prometheus Flatnub getauscht. Hierbei konnten wir mit 0.32 g BBs, Treffer auf ca. 65 m landen. Bei der Verwendung von 0.40 g BBs waren Treffer auf 70 m möglich.

Sollte also der Bedarf bestehen, auch schwere BBs zu verschießen und die kleine PDW9 auf Reichweite zu trimmen, ist der Aufwand wirklich überschaubar. Das Ansprechverhalten blieb dank Short Stroke immer noch extrem schnell. Wir hatten keine M130 zur Hand, hierbei sollte die Energie aber auf ca. 1.4-1.5 J steigen.

Fazit

Die ICS PDW9 ist für uns etwas komplett Neues gewesen. Sie ist mit keinem alltäglichen AK- oder AR15 Modell zu vergleichen. Sie überzeugt mit der gewohnten ICS Qualität, gepaart mit den Vorzügen der Sirus Reihe. Allen voran das CORE Mosfet und der Tienly 25K Motor. Die technischen Features des CORE Mosfet haben wir wirklich lieben gelernt und wollen sie nicht mehr missen! Ebenso wenig wollen wir auf das Splitgearbox-Design von ICS verzichten. Dieses Feature bietet sonst fast kein Hersteller und es erleichtert die Wartung der PDW9 ungemein!

Natürlich gibt es aber auch hier noch Verbesserungspotential. Wie bei der Hawk, sind auch hier manche Internals nicht wirklich auf dem Stand der Zeit. Was besonders hinsichtlich des doch vergleichbar hohen Preises für uns eher ein Punkt zum Nachbessern wäre. Es wäre sehr schön, wenn Begadi hier in Zukunft den Cylinderhead und den Pistion aufwerten würde. Weiterhin finden wir die Montage des Motors sehr ungünstig. Wie schon erwähnt, lockerten sich die Pins der Motorplatte, bei der Verwendung einer Lonex M120. Warum ICS hier auf eine Befestigung mit Pins setzt, ist uns nicht klar. Wenn dieser Fehler während eines Spiels auftritt und man im schlimmsten Fall einen Pin verliert, ist der gesamte Spieltag gelaufen.

Ein Hinweis auf der Produktseite wäre hier eine gute Hilfestellung für potenzielle Käufer.

Die PDW9 konnte aber nicht nur technisch glänzen, sondern auch ihr Äußeres weiß zu überzeugen. Den PDW-Aufbau hat ICS sehr gut umgesetzt und auch weitergedacht. Besonders positiv fällt hier der 20° Pistolgrip auf. So lässt sich die kompakte PDW9 in einer beengten Umgebung noch besser führen. Der dreifache Magazinrelease und die beidseitige Bedienung runden das Gesamtpaket ab und machen die PDW9 auch für Linkshänder attraktiv.

Wer auf der Suche nach einem durchdachten PDW Modell ist, macht mit der PDW9 absolut nichts falsch! Sie bietet im CQB eine sehr gute out of the Box Performance. Speziell mit einem Short Stroke ist die Leistung auf mittlerer Distanz mehr als überdurchschnittlich!

Wer die PDW9 im Woodland spielen möchte, muss an den üblichen Punkten Hand anlegen. Ein neues Bucking, Nub und Feder reichen aber schon aus, um die PDW9, trotz ihrer geringen Größe, auf über 70 m Manntreffer zu trimmen. Von uns eine klare Kaufempfehlung!

 

 

Pro

Contra

Verarbeitung und verwendete Materialien (Haptik) Teure und proprietäre Magazine
Ansprechverhalten des CORE Mosfets und sehr guter Druckpunkt Lockere Pins an der Motorplatte
Federschnellwechselsystem (FSWS) Minimales Spiel zwischen Upper und Lower Receiver
Splitgearbox Cylinderhead und Piston werden der Preislage nicht gerecht
Ergonomie (20° Pistiolgrip und abidexe Bedienung) Unterschiedlicher Farbton zwischen Handguard und Body
Gute Schussleistung trotz geringer Energie und stock Bucking

 

Fotos

Alle obigen und ein paar zusätzliche Fotos findest du in dieser Galerie: