You are currently viewing Lonex M4 OSIRIS <br> REVIEW

Vorwort

In diesem Review geht es mal wieder um ein AR15 Modell aber von einem Hersteller, den wir bis jetzt noch nicht vorgestellt haben. Die Rede ist von der OSIRIS aus dem Hause Lonex. Ein Hersteller, der schon lange am Markt tätig ist und hochwertige Modelle produziert, gerade wenn es um die Internals geht. Die Qualität geht sogar so weit, dass viele der Standartteile von Lonex als Tuningteile erhältlich sind. Die Marke Lonex ist in deutschen Shops nicht sehr weit verbreitet – ob berechtigt oder eben nicht werden wir für euch herausfinden.

Wir haben für unser Review das 10” Modell der Lonex OSIRIS von Begadi zur Verfügung gestellt bekommen, vielen Dank dafür! Es gibt das Modell auch noch in 14” und 16”, wobei Begadi aktuell nur noch die 16” Version als Alternative führt.

Lieferumfang

Im Paket befanden sich neben dem Produkt selbst:

  • ein MidCap Magazin
  • Reinigungsstab
  • Anleitung

Magazine

Das Magazin fasst laut Herstellerangabe 200 Schuss, wir konnten ca. 160 Schuss laden. Die Magazine bieten somit etwas mehr Kapazität im Vergleich zu den herkömmlichen 120 – 130 Schuss MidCaps. Es besteht komplett aus verstärktem Kunststoff und wiegt 184 g. Es ist gut verarbeitet und macht einen wertigen Eindruck.

Das Magazin rastet gut ein und fällt von selbst aus dem Magazinschacht. Es wackelt aber leicht nach rechts und links, dies lässt sich mit etwas selbstklebendem Klett im Magazinschacht aber beheben. Begadi bietet noch weitere Varianten an. So gibt es das MidCap auch in Tan sowie ein Pendant als 30 Schuss MilSim Version.

Magazinkompatibilität

Magazin sitzt gut und feedet gut wackelt, aber feedet feedet oder passt nicht
Battleax PMAG   X  
Battleaxe der 3 Generation   X  
ICS TMAG     X
G&G Magazin     X
Lonex Midcap    
E&L Midcap    
Tippman Midcap    
E&C Midcap   X  

Verarbeitung und Haptik

Handschutz und Barrel

Der Mündungsfeuerdämpfer besteht aus Aluminium und sitzt auf einem 14 mm Linksgewinde. Er wird durch einen O-Ring und zusätzlich durch eine Madenschraube gesichert. Er ist bündig zum Handschutz, so liegt ein Schalldämpfer genau am Handschutz an.

Der Handschutz besteht aus CNC bearbeitetem Aluminium und ist sehr gut verarbeitet, es gibt keine scharfen Kanten oder Ähnliches. Die Aufnahmen am Handschutz sind bis auf die 12 Uhr Position (=oben) M-LOK und bieten genügend Möglichkeiten, Accessoires zu montieren. Für die Montage des Slings stehen auf der rechten und linken Seite jeweils eine QD Aufnahme bereit. Diese sind aber nur eingelassen und bestehen somit auch aus Aluminium. Bei der Verwendung eines 2 Point-Slings teilt sich die Last auf zwei Punkte auf, dennoch wird es irgendwann zu Verschleiß an der QD Aufnahme kommen.

Body

Das Gehäuse besteht aus Aluminium und wurde CNC nachbearbeitet. Es hat ein recht spezielles Finisch, ebenso wie der Handschutz, welches der OSIRIS einen Matten Look verleiht. Hervorzuheben ist die Materialstärke des Gehäuses. Diese zusammen mit dem recht massiven Handguard und vielen zusätzlichen Stahlteilen gibt dem Modell ein Gesamtgewicht von 3089g, was für ein 10” Modell recht hoch ist. Wir kommen mit Akku, Magazin, BBs und einem Holo auf 3492 g.

Im hinteren Bereich stehen zwei QD-Slingaufnahmen aus Stahl bereit, werden diese aber nicht genutzt, geben sie den Blick auf die Gearbox frei. Diese fällt auch direkt ins Auge, da das restliche Gehäuse sehr dunkel gehalten ist. Wir empfehlen an diesen Punkten innen etwas schwarzes Tape anzubringen. Direkt hinter den beiden QD-Aufnahmen bietet noch die Endplate eine weitere Möglichkeit zur Montage eines Slings.

Der Feuerwahlhebel ist nur auf der vom Schützen aus rechten Seite vorhanden. Er läuft sauber und rastet gut in die einzelnen Positionen ein. Der Magazinhebel ist dafür auf beiden Seiten vorhanden. Der Magazinhebel auf der vom Schützen aus linken Seite ist etwas niedriger angebracht, sodass auch Rechtsschützen ihn komfortabel mit dem Daumen erreichen können. 

Da der linke Magazinhebel aber ca. 1.5 cm vom Gehäuse absteht, ist es uns einige Male passiert, dass er beim Streifen des Plattenträgers ausgelöst hat. Dies birgt ein gewisses Risiko, wenn die Waffe am Sling hängt. Auch eine stärkere Feder hat dieses Problem nicht gelöst.

Die OSIRIS verfügt über eine Verschlussfang-Funktion. Das Verschlussblech kann über den Spannhebel nach hinten gezogen werden und es arretiert dort auch. So kann das HopUp recht komfortabel eingestellt werden. Freigegeben wird das Verschlussblech über den Verschlussfanghebel, welcher beidseitig vorhanden ist.

Der Pistolengriff besteht aus verstärktem Kunststoff und ist ergonomisch geformt. Er bietet eine großzügige Wulst für den Mittel- und Ringfinger, welche zusätzlichen Halt gibt. Der Übergang zum Abzugsbügel ist aber sehr ausgeprägt und ist in unserem Fall dem Mittelfinger im Weg. Am Ende des Spieltages hat man dies auch trotz Handschuh deutlich gespürt und wir würden den Pistolengriff austauschen. Hierbei kommt es aber natürlich stark auf die Größe der Hand an.

Der Abzug ist klassisch gehalten und durch den Mikrotaster des verbauten Begadi CORE Mosfet sind schnelle Schussabgaben möglich. Der Abzugsweg ist relativ lang, aber da wegen dem Begadi CORE Mosfet kein Reset des Abzuges nötig ist, kann auf 2 – 3 mm getriggert werden. Durch die Montage eines Speedtriggers könnte dies noch weiter optimiert werden. Der Speedtrigger könnte bis kurz vor den Mikrotaster gebracht werden. Hierbei muss aber die Sicherung beachtet werden. Diese muss um ca. 2 mm gekürzt werden, da sie sich sonst nicht mehr vor den Abzug setzen könnte. Alternativ kann der Feuerwahlhebel auch auf SAVE gestellt werden und der Trigger wird so weit eingedreht, bis die Sicherung erreicht ist. Damit läge der Abzugsweg bei noch ca. 3 mm und die Sicherung müsste nicht bearbeitet werden.

Schaft

Der Schaft besteht aus demselben verstärkten Kunststoff wie der Pistolengriff und bietet eine hochwertige Haptik. Er weist ein AR15-typisches Spiel auf, welches aber mit 1 – 2 Lagen Tape minimiert werden kann.

Die Klappe zum Akkufach wird geöffnet, indem ein Druckknopf auf der oberen Seite betätigt wird. Das Akkufach selbst bietet sehr viel Platz, aber nur bei der Verwendung von Tripplestick Akkus, diese können in den beiden Seitentaschen und der Tube untergebracht werden. Bei der Verwendung von Singlestick Akkus ist das Platzangebot stark limitiert. In die Seitentaschen passen Akkus mit den Maßen 16x20x110 mm und Leistungsdaten 1000 mAh 11.1 V gerade so hinein. In die Tube passen sie nicht, was für ein Ar15 Modell sehr untypisch ist. Diese ist sehr dickwandig und es fehlen ca. 2 mm Innendurchmesser. Es wäre aber möglich in jede Seitentasche einen 1000 mAh Akku zu verstauen und diese mit einem Adapter parallel zu schalten. So würde sich die Kapazität verdoppeln und der Akku kann die Lastspitzen des Motors besser abfangen.

Das Kabel zur Gearbox wurde nicht durch die Tube verlegt, was dem geringen Platz etwas zugutekommt aber andere Probleme schafft. Wie wir es von zB. ICS Modellen kennen, verläuft das Akkukabel unter der Tube und wird durch eine Abdeckung geschützt. Der Dean-Stecker kollidiert aber mit der Castlenut und der Endplate, diese können über das Kabel geschoben werden aber nicht über den Stecker. Für eine Demontage müsste der Stecker abgekappt werden oder das gesamte Gehäuse bei Wartungsarbeiten am Kabel hängenbleiben.

Eine weitere Lösung wäre es, ein Loch für den Stecker in die Stube zu dremeln. So können der Stecker in der Tube verstaut und die Castlenut und die Endplate drübergezogen werden. Hierbei muss aber sehr genau gearbeitet werden, damit die Gewinde der Gehäuseaufnahme nicht beschädigt werden. Im montierten Zustand liegt ein Plättchen zum Schutz des Kabels und die Führungsschiene des Schafts über dem Loch und verdeckt es zum größten Teil.

Technik

Bevor wir uns mit den technischen Komponenten der Waffe befassen, haben wir die die Energie der Waffe gemessen.

Chronomessungen
Wir haben vorsorglich mit 0.20 Gramm BBs gechront, da bei vielen Events vom Veranstalter noch mit diesem Gewicht gemessen wird. Die anderen Messungen sind bewusst mit schweren BBs durchgeführt worden.
BB Gewicht (in Gramm) Energie (in Joule)
0.20 ~ 1.81
0.25 ~ 1.81
0.32 ~ 1.92
0.40 ~ 2.05

Gearbox

Die Gearbox ist Ar15 typisch eine V2 Shell, sie ist aber alles andere als Standard, sie ist extrem verstärkt und auf Haltbarkeit ausgelegt. Sie ist im vorderen Bereich extra verstärkt, um der Aufprallenergie besser Stand zu halten. Die vorderen Ecken des Zylinderfensters sind abgerundet, damit die Energie sich besser verteilt und sich keine Risse bilden können. Zu guter Letzt verfügt die Shell über ein Feder- und Nutsystem. So können sich die beiden Hälften nicht verschieben und die Kraft wirkt auf eine größere Fläche, anstatt nur die Schraubenaufnahme zu belasten. Alles in allen ist die Shell ein sehr massives Stück Metall, was ohne Bedenken mit einer M140 betrieben werden kann.

Wir schätzen das die verbaute Feder ungefähr einer M130 entspricht, welche je nach Spielfeld schon über dem Limit liegen könnte. Leider hat die OSIRIS kein Federschnellwechselsystem (FSWS) um die Energie schnell anzupassen. Der Springguide zur Führung der Feder besteht aus Stahl und verfügt über kein Axiallager, stattdessen nur eine Unterlegscheibe. Die Lager sind 8 mm groß und zweiteilig. Der äußere Bereich besteht auf Edelstahl und soll die Aufnahmen der Shell schonen. Die Bohrung zur Führung der Gears besteht aus gehärtetem Stahl. 

Der Piston verfügt über eine volle Stahlzahnreihe, welche aber nicht über die ganze Breite geht. Die Breite der Zähne orientiert sich an der Breite der Zähne vom Sectorgear. In der Theorie sollte dies ausreichen, ob dem Zahn aber Haltekraft fehlt, können wir nicht sagen. Der Pistonhead besteht aus Kunststoff und verfügt über 8 Ventilationsöffnungen.

Der Cylinder besteht aus Stahl und ist auf ca. 75 % im Volumen limitiert. Er ist im Inneren aufpoliert und dichtet zum O-Ring des Pistonheads gut ab. Der Cylinderhead besteht aus Aluminium und verfügt über eine Sorbofläche und zwei O-Ringe. Dies müssen wir aber der Beschreibung von Begadi entnehmen, denn es war uns nicht möglich, den Cylinderhead und den Cylinder zu trennen. Dementsprechend ist auch die Abdichtung. Eine weitere Besonderheit ist die Pufferzone in der Front. Diese absorbiert einen Teil der Aufprallenergie und gibt sie nicht vollständig an die Shell weiter. Wichtig hierbei sind die ovalen Aufnahmen, damit die Pufferzone sich auch komprimieren kann.

Die Tappetplate ist keine Standard V2 Tappetplate, da die Shell im vorderen Bereich so weit verstärkt ist, dass die Tappetplate etwas schmaler sein muss. Dies kennen wir schon von der Nova und muss beachtet werden, sollte sie einmal ersetzt werden. Das Nozzle besteht aus Kunststoff, verfügt über einen O-Ring und ist 21.00 mm lang.

Die Gears sind aus extra gehärtetem Stahl und sind laut Begadi bis zu einer M140 freigegeben. Dies würden wir sofort bestätigen, sie wirken extrem massiv und machen einen hochwertigen Eindruck. Sie haben eine 18:1 Übersetzung und verfügen über die vollen 16 Zähne. Für den 267 mm langen Lauf der 10” Version würde wir empfehlen, über ein Shortstroke nachzudenken, das Volumen reicht laut Chrono mehr als aus. Selbst mit 13 Zähnen sollten es noch möglich sein 0.40 g BBs zu spielen. Dies würde auch dem Schussgeräusch entgegenkommen. Die Gears kreischen ein wenig und ein kürzerer Schusszyklus wirkt diesem Problem oft entgegen.

Der verbaute Motor hat laut Begadi 39.000 Umdrehungen pro Minute und ein Drehmoment von gerade einmal 0.91 Kg/cm. Damit ist er nicht wirklich optimal für den Semibetrieb ausgelegt, sondern eher für eine hohe Kadenz im internationalen Markt. Ein Tienly 40K schafft bei fast gleicher Drehzahl ganze 2.61 kg/cm und der 25k 3.61 kg/cm. Dies wäre für den Semibetrieb sehr viel besser geeignet.

Dies spiegelt sich auch im Verbrauch und den Lastspitzen wider. Diese sind relativ hoch, der Motor läuft mit der verbauten Feder an seiner Grenze. Nach schnellen 20 Schuss ist der Akku bereits handwarm und der Motor über den Griff auch wahrnehmbar. Kommt ein großer Trippelstick Akku zum Einsatz, wird der Akku nicht so schnell warm, aber durch die Limitierung des Schafts hinsichtlich der Verwendung von Singlestick Akkus, leiden die kleinen Akkus extrem. Kommen Singlestick Akkus zum Einsatz, würden wir klar den Tausch des Motors empfehlen oder wenigstens zwei parallel geschaltete Akkus, um den Stress für den Akku zu minimieren.

Mosfet

Wir haben das CORE Mosfet von Begadi jetzt schon in mehreren Reviews unter die Lupe genommen. Alle Eigenschaften des CORE Mosfets und unsere bisherigen Erfahrungen fassen wir hier zusammen:

Begadi CORE Mosfet

Das CORE Mosfet überwacht den Schussvorgang mittels eines Mikrotaster, der vom Sectorgear betätigt wird, wenn ein Schusszyklus abgeschlossen ist.
Dann bremst das CORE Mosfet den Motor und die Gears bleiben immer in derselben Position stehen. Der Schussvorgang wird ebenso durch einen Mikrotaster gesteuert. Dieser ist extra verstärkt, so dass auch bei einem kräftigen Triggerfinger nicht der Mikrotaster beschädigt wird.
Hierdurch ist es möglich, auf einen sehr kurzen Abzugsweg zu Triggern. Es ist nicht nötig – wie bei einer analogen Switchunit – den Trigger zurückzusetzen, sondern es kann auf ca. 3 mm getriggert werden. Bei der V3 Version des CORES ist der Druckpunkt nicht zu spüren, da die Umlenkung des Abzugs den Mikrotaster betätigt. Bei der V2 Version jedoch betätigt man den Mikrotaster direkt mit dem Abzug. Gerade bei der V2 Version bietet es sich an den Maxx Trigger verbauen zu lassen, somit kann man den Abzugsweg sehr komfortabel einstellen und das, ohne die Waffe zu demontieren.

Ein weiterer Vorteil ist die Belastbarkeit des CORE Mosfets – Begadi gibt eine Dauerbelastung von 70 A an. Das bedeutet im voll automatischen Modus (unter 0,5J!) können problemlos auch große Akkus angeschlossen werden.
Der in Deutschland viel wichtigerer Parameter ist die Peak Leistung, hier gibt Begadi 240A an. Da normalerweise im Semibetrieb geschossen wird, muss der Motor für jeden Schuss auch neu andrehen. Hierbei kommt es bei jedem Start zu einer kurzzeitigen Spannungsspitze, die um ein Vielfaches höher sein kann als die normale Dauerbelastung.
Zum Beispiel beträgt der Peak unserer HW4 Deluxe laut Gate Titan 69 A und der Peak unserer HK416 A5 75 A. Hierbei handelt es sich aber um schon optimierte Waffen, andere Stockwaffen mit schwächerem Motor können noch viel höhere Spitzen haben. Hierbei ist man mit dem CORE Mosfet auch auf der sicheren Seite und kann starke Akkus verbauen.

Das CORE Mosfet ermöglicht aber nicht nur den Betrieb großer Akkus, sondern es überwacht diese auch völlig automatisch und schaltet bei einem Fehler oder zu geringem Ladestand ab. Hierbei muss man selber nichts konfigurieren, das CORE Mosfet läuft mit LiPo, LiFePo, Li-Ion und NiMH und erkennt diese automatisch.
Sollte der Akkustand nicht mehr ausreichen, schaltet das System ab und vibriert 2x. Ebenso schaltet das System ab, wenn ein Fehler mit dem Motor vorliegt oder die Gearbox verklemmt. Es erkennt eine Überspannung und schaltet das Gerät ab, um die Elektronik zu schützen. Da mit dem System so nur noch wenig schieflaufen kann und das gesamte System verschleißärmer läuft, bietet Begadi ganze 4 Jahre Gewährleistung auf das System.

Wir hatten jetzt schon einige Modelle von Begadi mit einem verbauten CORE Mosfet und sie haben stets gut performt. Natürlich gibt es immer noch viel Luft nach oben, wenn man es mit dem Platzhirsch Gate Titan vergleicht. Es bietet kein Precocking und keine Programmierung über Software oder den Trigger, aber dafür punktet es mit seinem Preis und der extrem einfachen Bedienung, nämlich garkeiner!
Ihr müsst nie etwas einstellen oder beachten, einfach den Akku einlegen und das System regelt alles für euch. Für gerade mal 59€ samt Einbau ist es eine echte P/L Empfehlung und es gibt damit im Jahre 2020 keinen Grund mehr, eine analoge Waffe zu betreiben und sich über mögliche Gear Jams oder Probleme mit dem Akku zu ärgern.

Bei unserer E&L AK 74UN hat sich leider das CORE Mosfet, nach ca. 300 Schuss verabschiedet und den Dienst verweigert. Nach dem wir unser gesamtes Sortiment an Akkus durchgetestet haben, haben wir Kontakt mit der Begadi Werkstatt aufgenommen und uns wurde sehr schnell geholfen. Wir haben nach kurzer Rücksprache sofort ein Versandlabel erhalten und konnten das Modell einschicken. Die Waffe wurde innerhalb von einem Tag repariert und sofort wieder verschickt, so muss das sein!

Die reparierte AK hat auch keine Probleme mehr gemacht. Auch der beste Chip kann mal ein Montagsmodell aufweisen und hier kommt es einfach auf einen guten Händler an, der einem bei Problemen kompetent und schnell weiterhelfen kann. Bei allen anderen Modellen mit dem CORE Mosfet traten zu keiner Zeit Probleme auf und die AK schnurrt seit über 15.000 Schuss wie ein Kätzchen.

Die folgenden Modelle gibt es von Hause aus mit dem CORE Mosfet, es kann auch bei vielen Waffen direkt bei der Bestellung verbaut werden. Wer alle technischen Details noch einmal nachlesen möchte, findet diese sehr gut erklärt bei Begadi.

Daten aus dem Gate Blu-Link:

Durchschnittliche Ampere 34.4 A
Spitze Ampere 79.3 A
Zyklusszeit 100.01 ms
Verbrauch pro Zyklus 0.73 mAh

Der folgende Clip bietet einen kurzen Einblick vom Ansprechverhalten mit 7.4 V und 11.1 V:

HopUp und Lauf

Die HopUp Unit besteht aus Metall und kommt in einem eher veralteten Design daher. Die Einstellung erfolgt über ein relativ kleines Rädchen das über eine Umlenkung den Druck an den HopUp Arm weitergibt. Diese Umlenkung läuft aber überraschend gut, die Zahnräder haben fast kein Spiel und die Einstellung erfolgt sehr genau. Zudem verfügt das Einstellrädchen über ein O-Ring, womit es straff läuft. Während aller Tests und Spieltage hat es sich nicht verstellt.

Der Lauf besteht aus Messing und ist 267 mm lang, mit einem Innendurchmesser von 6.08 mm. Das Lauffenster ist 4.9 mm lang und 3.4 mm breit. Als Bucking kommt ein Slong Dual Protrusion zum Einsatz. Dieses hat eine Härte von 65° und eine große und konkave Patchfläche. Diese ist für das Lauffenster sogar etwas zu groß. In der Breite fehlt ca. 0.5 mm, weswegen die Patchfläche auf dem Fenster aufliegt und nicht durchdrückt. Dadurch wird die konkave Fläche von dem Nub platt gedrückt. Als Nub kommt ein normaler runder Nub zum Einsatz, dieser ist aber relativ hart und kann den Druck gut an die Patchfläche weitergeben.

Trotz der nicht optimalen Wahl des Nubs ist die Hopleistung beachtlich, es können bis zu 0.40 g verwendet werden. Hierbei fällt die Energie aber bei korrekt eingestelltem HopUp um 0.25 J, ein anderer Nub würde weniger Druck benötigen und die BB effizienter in Rotation versetzen.

Praxistest

Wir konnten die OSIRIS Ende September in Plessa testen. Es waren ca. 5 °C und geladen wurden 0.40 g BBs. So waren wiederholbare Manntreffer auf 78 m möglich. Der Einsatz von 0.32 g BBs ermöglichten noch Treffer auf 71 m. Die Hopleistung ist beachtlich, besonders mit dem verwendeten Nub.

Wir haben bei der Osiris auch noch andere HopUp Units getestet und sind am Ende bei der von Lonex verblieben. Die Maxx feedet nicht, da der Arm, der die BBs im Kanal hält, mit der massiven Gearbox kollidiert und nicht öffnet. Wir haben ihn geopfert und eingekürzt, leider ohne Erfolg. Die BBs können nun zugeführt werden, aber es kam zu Feedingproblemen. Ob dies an der Maxx liegt oder an unserer Modifikation können wir nicht sagen. Die HopUp Unit von Retroarm hat einen starken Energieverlust und benötigt ein etwas längeres Nozzle.

Fazit

Die OSIRIS war unsere erste Lonex im Review und wir können nur hoffen, dass diese Marke weiter ausgebaut wird. Ihr äußeres Erscheinungsbild und die Verarbeitung sprechen für sich. Sie ist sehr massiv und bringt trotz ihrer Größe über 3 kg auf die Waage. Zudem bietet sie viele Möglichkeiten, einen Sling zu montieren und sie so variabel zu führen. Besonders gefällt uns der Magazinhebel, der mit dem Daumen betätigt werden kann. So bleibt der Finger auf dem Abzug und das Magazin kann trotzdem schnell gewechselt werden. Es muss nur darauf geachtet werden, dass der herausstehende Hebel nicht versehentlich auslöst.

Intern lässt die Osiris nur wenig Wünsche übrig. Die Gearboxshell ist ein echter Panzer und kann aus unserer Sicht ohne Bedenken mit einer M140 betrieben werden. Die restlichen Internals würden dem auch Stand halten, alles ist extrem auf Haltbarkeit getrimmt. Einzig der Pistonhead aus Kunststoff muss sich über die Zeit erst bewähren. Dieser könnte durch die hohe Energie irgendwann nachgeben. 

Der Motor könnte für den deutschen Markt etwas mehr Drehmoment vertragen. Er ist etwas zu schwach im Semibetrieb und zu stromhungrig. Dies kommt besonders zum Tragen, wenn nur kleine Akkus eingesetzt werden, da der Schaft stark in der Auswahl der Akkus limitiert. Hier müssen einige Kompromisse eingegangen werden, um die Osiris mit einem guten Gewissen zu betreiben. Zudem passt das fehlende FSWS nicht zu der Preisklasse der OSIRIS, hier zeigt die Konkurrenz aus dem Hause E&C (ab Version 2) oder der Begadi Nova die sehr viel bessere Lösung. Zu guter Letzt ist die Magazinkompatibilität leider etwas durchwachsen. Keines der uns zur Verfügung stehenden Magazine passt perfekt, alle haben ein leichtes Wackeln. Das aber ganze vier Magazine gar nicht funktionieren, hatten wir bis jetzt in noch keinem Review.

Das HopUp wendet unsere Wertung aber noch ins Positive, es performt überdurchschnittlich gut. Es können sogar 0.40g verwendet werden, ohne etwas zu modifizieren. Wir würden nur empfehlen ab 0.36 g BBs einen anderen Nub zu verbauen, um das Bucking noch effizienter zu nutzen. Wird ein Tripplestick Akku verwendet und schränkt die relativ hohe Energie die regionale Auswahl an Spielfeldern nicht ein, ist die OSIRIS ein treuer Begleiter und kann bedenkenlos weiterempfohlen werden!

Sehr massiver Body Motor ungeeignet für den Semibetrieb
Gute Internals Kein FSWS
Gute Verarbeitung Stark limitierter Platz für den Akku
Überdurchschnittliche HopUp Leistung Eingeschränkte Magazinkompatibilität

 

 


 

Fotos

Alle obigen und ein paar zusätzliche Fotos findest du in dieser Galerie: