SECUTOR RAPAX M2
REVIEW

Vorwort

Eine Airsoftwaffe mit unserem Namen? MÜSSEN WIR SEHEN!

Der Hersteller Skyways hat vor kurzer Zeit seinen Exklusivdistributor in Deutschland gewechselt und wir haben uns über diese Entscheidung sehr gefreut.

Bisher hat Skyways sich mit Gas und Federdruckschrotflinten (sowie einiger GBB Pistolenmodelle) einen Namen gemacht. Für das AEG (bzw. in Deutschland eben S-AEG) Debüt hat man sich nun für ein Modell mit dem Namen “RAPAX” entschieden. Ob die Waffe die mit dem Namen verbundenen Qualitätsanforderungen erfüllt, werden wir im folgenden Review darlegen.

Erhältlich ist die M1 und die M2 Version bei Begadi für rund 539 €.

Zu unserem Unboxing auf YouTube geht es hier.

Allgemeines

Die Secutor RAPAX wird in beiden Versionen als DMR beworben. Viele Produktbilder zeigen die Waffe direkt mit montiertem Zweibein und großem Zielfernrohr. Sie ist einer M110 bzw. SR25 nachempfunden und der Reciever ist dementsprechend dimensioniert.

Lieferumfang

Im schicken Karton befindet sich neben der Waffe und dem Magazin:

  • ein Ladestab
  • ein Laufreinigungsstab
  • eine Sicherheitsanleitung (inkl. Bilder)
  • eine bebilderte Anleitung
  • das Chronoprotokoll von Begadi

Wir hätten uns sehr gewünscht, dass wenigstens für die Unterseite eine Picatinnyschiene (zur Montage am M-Lok) mit im Paket auf uns wartet. Die meisten Zweibeine und anderes Zubehör verfügen nur über eine solche Halterung.

Magazin

Das Magazin ist aus hochwertigem Kunststoff und fasst 50 BBs. Auf dem Magazin sind das Kaliber und der Name der Waffe als Marking vorhanden. Sehr deutlich zu lesen und ein tolles Detail.
Für rund 30 € können weitere Exemplare bei Begadi erworben werden.
Durch die kompakten Maße ist auf jeden Fall sichergestellt, dass ein Zweibein verwendet werden kann und der Schütze mit seinem langen Magazin an keiner Kante bzw. auf keiner Fläche aufsetzt. Das Magazin sitzt fest im Magazinschacht und wackelt nicht.

Magazinkompatibilität
Laut verschiedener Aussagen anderer Benutzer können auch ANDERE SR25/M110 Magazine verwendet werden – uns stand kein weiteres Magazin eines anderen Herstellers zum Testen zur Verfügung.

Verarbeitung und Haptik

Beim Herausnehmen aus dem Karton wirkt die Waffe direkt massiv und wertig. Verglichen mit anderen DMR Modellen ist sie aber leicht und durch ihren schlanken Handschutz sehr führig und nicht zu wuchtig. Mit der Waffe im Anschlag ist man noch sehr flexibel und agil und das Gewicht von 3253 Gramm ist für diese Klasse auch absolut top.

Der Handguard ist aus CNC gefrästen Aluminium und fühlt sich dementsprechend massiv an. Leider hat er etwas Spiel und wackelt ca. 1 mm. Das ließ sich auch nicht durch Anziehen der sechs Schrauben an der Fixierung zum Upper-Reciever ändern.

Die Waffe ist frei von Graten oder scharfen Kanten, aber leider hat die schöne bicolore Lackierung ein paar “Lacknasen” – diese nutzen sich bestimmt nach dem ersten Spieltag ab, für Sammler aber unschön. Der Griff erinnert stark an die Magpul PTS Palm AK Battle Grips (Link) und ist auf jeden Fall sehr schick und griffig.

Der Abzug hat die “normale” Form (heutzutage sind ja viele Speedtrigger verbaut), der Abzugschutz ist dagegen aber sehr massiv und mit einem dicken Bogen versehen. Absolut wackelfrei und sehr schön anzusehen.

Der Feuerwahlhebel lässt sich etwas leicht drehen und hat in jeder Position etwas Spiel. Die FlipUp-Sights sind mit schönen Markings versehen und rasten in ihrer aufrechten Position gut ein.

Die Waffe ist ambidextrous, d.h. Feuerwahlhebel, der BoltCatch und der Magazinauswurf sind beidseitig erreichbar.

Eine Besonderheit an der M2 Version ist natürlich der Skelettschaft. Dieser besteht aus zwei Metallstreben mit Rasterung, die durch eine Halterung geschoben werden. Am Ende ist eine simpel gehaltene Schulterstütze angebracht. Der gesamte Schaft kann in mehreren Stufen verstellt werden und ist in seiner kürzesten Einstellung fest und wackelt nicht.
Je weiter der Schaft ausgefahren wird, desto größer ist die Hebelwirkung und das Gesamtkonstrukt wackelt etwas – das hält sich aber absolut in Grenzen. Der Schaft kann auch vollständig entfernt werden.

Eine weitere Besonderheit der Waffe (in beiden Versionen) sind die schönen lasergravierten Markings am Reciever. Deutlich und schön zu sehen ist der Name der Waffe inkl. Leitspruch lasergraviert (hier befindet sich auch das Importeursmarking samt F).

Um das HopUp einstellen zu können, muss der Ladehebel nach hinten gezogen werden. Dabei rastet der BoltCatch ein und das Hülsenauswurffenster bleibt ein Stück offen, sodass das HopUp komfortabel eingestellt werden kann. Mit einem sanften Druck auf den BoltCatch schnellt die Abdeckung nach vorne und das HopUp ist wieder vor Staub, Dreck und Nässe geschützt.

Um an das HopUp inkl. Lauf zu kommen, müssen zuerst die zwei BodyPins entfernt werden. Normalerweise werden die Bodypins gesteckt – bei der RAPAX muss jedoch jeweils ein Ende des Pins abgeschraubt werden. Danach können die Pins (sitzen sehr stramm) herausgedrückt werden und der Upper kann vom Lower genommen werden.

Die obere Hälfte der Gearbox sowie HopUp inkl. Lauf kommen nun zum Vorschein. Sofort fällt auf: Die Haltepunkte für die Ladehebelfeder und die Feder der Hülsenauswurfsklappe sind verschraubt. Viele andere Hersteller setzen an diese Stelle nur eine Haltenase (haben wir auch oft aus Plastik schon gesehen), die schnell bricht und immer fummelig ist, wenn man die Feder mal entnehmen muss.

Upper und Lowerreciever (inkl. Pins) sitzen sehr stramm! Beim ersten Auseinandernehmen wird viel Kraft benötigt, um die beiden Hälften zu trennen. Wir empfehlen unbedingt eine weiche Unterlage und genügend Geduld

Ein kleines Highlight ist der zusätzliche “Hitzeschutz” aus Cordura, der mittels elastischer Bänder gehalten wird. Die Position kann hier natürlich frei gewählt oder das gesamte Teil auch abgenommen werden.

Auf der rechten Seite steht der BoltCatch relativ weit vom Body ab. Wir finden es gut, dass die Waffe von Hause aus überall gut geschmiert ist, aber der große Spalt an der Stelle in Kombination mit viel Schmiermittel könnte sich als großer Dreckfang erweisen:

Technik

Laut Chronoprotokoll von Begadi hat die Waffe 1.80-1.90 Joule mit 0.20 Gramm BBs.

Wir haben mit 0.32 Lonex BBs nachgechront und konnten diese Energie bestätigen.

 

Im Inneren der Waffe verrichtet eine Ares V2 Gearbox (neuste Generation – erkennbar an der blauen Platine) ihre Arbeit. In anderen M110 Vertretern wird oft eine speziell angepasste Gearbox mit eingeschränkter Kompatibilität zu Ersatz -und Tuningteilen eingesetzt. Umso schöner ist es, dass hier eine normale V2 von ARES mit EFCS und Federschnellwechselsystem zum Einsatz kommt.

Kurzinfo EFCS

Das Electronic Firing Control System ist eine elektronische Komponente, die die übliche Switch Assembly in der Gearbox ersetzt und den Schusszyklus digital steuert. Gearjams sind mit dieser Technik unmöglich und das Ansprechverhalten wird dadurch enorm gesteigert.

Weitere Infos können auf der offiziellen Homepage von ARES nachgelesen werden: Link

 

Das Federschnellwechselsystem ist ein absolutes Highlight. Die Feder kann binnen einer Minute getauscht und so die Energie der Waffe auf das jeweilige Bedürfnis/Spielfeld angepasst werden. Hierfür einfach die Batterieabdeckung abschrauben
(Gewinde sitzt etwas weiter hinten versetzt an der Halterung des Skelettschaftes) und der hintere Teil der Gearbox kommt zum Vorschein. Mit einem großem Schlitzschraubenzieher kann nun der Springguide abgeschraubt und die Feder entnommen werden.

Als wir die beiden Bodyhälften getrennt hatten, ist uns direkt aufgefallen, dass das Nozzle der Gearbox ein paar Dellen/Drückstellen hatte.

HopUp und Lauf

Der Lauf ist 435 mm lang und hat von Hause aus einen geringen Innendurchmesser von 6.03 mm.

Er ist in einer proprietären HopUp Unit (Rotary Style) verbaut. Die HopUp Richtung ist eingezeichnet und kann durch das Hülsenauswurffenster gut gesehen werden. Von außen sind die Unterschiede schwer erkennbar, aber wir haben die HopUp Unit einer anderen Amoeba eingesetzt und diese hat nicht direkt in den oberen Reciever gepasst (Begadi weist in der Produktbeschreibung auch darauf hin, dass die Waffe nicht kompatibel zu MAXX ist). Alle Komponenten sitzen sehr fest und wackeln nicht. Das HopUp Gummi sowie der Innenlauf waren mit Silikonfett geschmiert und haben gut abgedichtet.

Um den Lauf inkl. Gummi zu entfernenm, empfiehlt es sich zuerst den HopUp Arm zu entfernen. Dieser wird mittels eines Stiftes in Position gehalten. Damit der Stift sich nicht löst, ist eine kleine Sicherungsscheibe verbaut. Erst mit viel Mühe und Kraft konnten wir diese Scheibe lösen (das sieht man ihr jetzt auch an).

Der HU Lever ist ebenfalls von der Firma ARES und dementsprechend speziell. Der Steg ist etwas länger und am Ende ist der Nub fest und kann nicht gegen einen Tuning -bzw. Aftermarketnub getauscht werden. Sollte einmal der HU-Gummi gewechselt werden, sollte daran gedacht werden.

Das Fenster im Lauf ist etwas scharfkantig, beim vorsichtigen Abziehen des Gummis ist direkt ein Teil vom Gummi eingerissen (obwohl selbst der Lauf gut geschmiert ist und der Gummi sich nicht schwer lösen ließ).

Tuning und Anbauteile

Der Handguard bietet eine M-Lok Befestigungsplattform. Mittels Picatinnyschienen für M-Lok Schlitze können übliche Anbauteile befestigt werden. Viele Griffe gibt es bereits mit M-Lok Halterungen, hier wird dann keine extra Schiene benötigt.

Am vorderen Ende des Außenlaufs befindet sich ein 14mm Negativgewinde. Somit lassen sich also alle gängigen Mündungsfeuerdämpfer und Schalldämpfer problemlos befestigen.

Praxistest

Bevor wir die Waffe chronen und einen Praxistest machen konnten, haben wir versucht unseren kleinsten Akku in das Akkufach zu quetschen – leider ohne Erfolg. Besitzer einer ARES Honey Badger kennen dieses Problem bestimmt. Begadi gibt den maximal verfügbaren Platz mit rund 93 * 18 * 18 mm an und empfiehlt diese Akku.

Unser Akku ist zwar genau so breit und tief, allerdings 3 Zentimeter länger und hatte einen DEAN Anschluss (die Waffe kommt mit miniTAM Anschluss). Mit einem Adapter wurde der Platz noch enger und der Akku musste draußen fixiert werden.

Normalerweise schießen wir die Waffe immer ein und ermitteln die maximale Reichweite. Diesmal sind wir etwas anders vorgegangen:

Am 13.04. waren wir auf dem Gotcha Spielfeld Nord in Brozek zu Gast und haben eine zufällige Spielerin gebeten, einfach mal mit der Waffe zu schießen (das HopUp haben wir vorher eingestellt).
Das Ergebnis: Auf 65 Meter waren wiederholte Manntreffer kein Problem!

 

 

Fazit

Die Waffe ist definitiv etwas Besonderes (und das nicht nur, weil sie unseren Namen trägt 😉 ). Die Konkurrenz an M110 Derivaten bzw. 7.62mm Airsoft-DMRs ist klein und darüber hinaus ist uns kein Modell bekannt, dass direkt mit modernem M-Lok Handguard und wahlweise Skelettschaft verkauft wird. Dadurch ist die Waffe (verglichen mit eben diesen anderen DMRs) sehr leicht und führig.

Trotzdem schreckt der relativ hohe Preis von rund 540€ erst einmal ab. Es ist natürlich toll, eine Waffe aus dem Karton zu nehmen und direkt auf 65 Meter zielsicher unterwegs zu sein. Für diese Summe würden wir aber eine perfekte Verarbeitung erwarten. Das Wackeln des Handschutzes und die Lacknasen enttäuschen an dieser Stelle ein wenig.

Die Akkuwahl fällt bei dieser Version (in die M1 Version gehen wesentlich größere Akkus) ebenfalls schwer und auch der “vorgegebene” Nub in der HU-Kammer enttäuscht ein wenig.

Haptik-Enthusiasten und “Wackel-Fanatikern” würden wir auf Grund der Kritikpunkte am Handschutz und Lack vom Kauf abraten, wer aber eine DMR in dieser Optik ansprechend findet und mit diesen Punkten leben kann, sollte bedenkenlos zugreifen.

Fotos

Alle obigen und ein paar zusätzliche Fotos findest du in dieser Galerie: