S&T ST870G S
REVIEW

Vorwort

Im heutigen Review haben wir mal etwas ganz anderes. Die ST870G S GAS Shotgun -Shorty- aus dem Hause S&T. Es handelt sich um eine gasbetriebene Schrotflinte, die drei oder sogar sechs BBs pro Repetiervorgang verschießen kann. Ihr BB-Output und ihre sehr geringe Größe machen sie perfekt für den CQB Kampf. Was sie kann und auf was man achten sollte, werden wir für euch herausfinden.

Bereitgestellt wurde die Shorty von Begadi – vielen Dank dafür! Uns hat die Shorty wegen ihrer Optik angesprochen. Wer aber ein größeres Modell bevorzugt, kann auf die L-Version zurückgreifen.

Die ST870 ist der 870 Breacher 10″ Pistol Grip von Remington Arms nachempfunden. Die Maße passen leider nicht, die 870 Breacher 10″ hat eine Gesamtlänge von 514 mm und die ST870 ist 470 mm lang.

Lieferumpfang

  • S&T ST870G S
  • Gebrauchsanweisung, Sicherheitshinweise und Explosionszeichnung
  • 3x Shell à 30 Schuss Kapazität
  • Laufreinigungsstab 39 cm
  • Speedloader
  • Kleine Tüte mit BBs

Die Shorty ist sehr gut verpackt. Im Inneren liegt sie eingebettet in Styropor, so kann auch bei dem Transport nichts verrutschen. Die Ausschnitte sind passgenau und die Komponenten sitzen press in der Verpackung. Sehr positiv fällt uns der Speedloader auf. Wir hatten in den letzten Reviews viele hochpreisige Waffen, aber bei den wenigsten liegt ein Speedloader dabei. Gerade für Einsteiger bzw. Anfänger ist das extrem hilfreich!

 

Magazine

Die drei beigelegten Shells haben ein Einzelgewicht von 16 Gramm und fassen 30 Schuss. Wir haben die Kapazität mit BB King 0.25 g BBs getestet. In alle drei Shells haben wir genau 30 BBs (mit etwas Druck) hereinbekommen.

Eine der Shells hat hach 2 Schuss nicht mehr ganz gefeedet und die Feder war im Inneren verklemmt. Der Fehler konnte aber mit einem kleinen Inbus schnell behoben werden.

Die Shells sollten zur Sicherheit nur mit 28 oder 29 BBs beladen werden. So kann sichergestellt werden, dass es zu keinem Verklemmen der Magazinfeder kommt.

Die Magazine sind aus Kunststoff gefertigt und machen einen guten Eindruck. Wenn drei Shells mit insgesamt 90 Schuss nicht reichen, gibt es bei Begadi Ersatz. Die Ersatz Shells für Begadi Sport Shotgun Serie in rot und schwarz passen und kosten aktuell 14.50 € (16 % Mwst.).
Für 6 Shells und damit 180 Schuss ist das sehr günstig! Die circa 7 Zentimeter langen und im Durchmesser 2.2 cm breiten Shells können schnell verloren werden. Daher empfehlen wir auch gleich Ersatz mitzubestellen.

Passende Klettpouches gibt es auch bei Begadi in schwarz, olive und TAN für nur 4.90 € (16 % Mwst.), mit einer Kapazität von 5 Shells und mit Molle von Viper in multiterrain für 3.90 € (16 % Mwst.), diese kann jedoch nur 4 Shells tragen.

Verarbeitung und Haptik

Gastank und Griff

Um den Pistolengriff vom gesamten Body zu trennen, muss die hinterste Schraube gelöst werden. Das Griffstück ist aus Polymer gefertigt und wirkt auf den ersten Blick sehr robust. Die Schraube, die den Body und den Pistolengriff zusammenhält, ist ordentlich dimensioniert. Um die Schraube zu lösen, wird ein 6 mm Steckschlüssel benötigt.

Der integrierte Gastank lässt sich leider nicht aus dem Griff lösen und ist mit diesem fest verbunden. Dies ist jedoch kein Problem, da dieser eine ausreichende Größe hat. Bei 20 °C bis 24 °C haben wir mit dem Nimrod Airsoft Gas Professional Performance Red 37 x Schießen können und mit dem Nimrod Airsoft Gas Extreme Performance Black Gas waren es 40 Schüsse.

Wenn das Griffstück gelöst wird, entweicht auch das komplette Gas aus dem Tank, daher ist die Shorty nicht zu 100 % als Hauptwaffe geeignet. Die 90 Schuss eignen sich jedoch sehr gut für kleine Spielfelder oder kurze CQB Skirmishes.

Am Pistolengriff befindet sich auch die Slingaufnahme, die im Gegensatz zum Rest des Griffstückes, sehr zerbrechlich wirkt, da diese sehr dünn ist und nicht aus Metall sondern aus Kunststoff besteht. Wir würden dazu raten, die Shorty nicht dauerhaft an einen Sling zu hängen, bzw. diesen nur zur Sicherung zu nutzen. Um sie länger verstauen zu können, bietet sich eine Schrotflintentasche auf dem Rücken oder ein spezielles Holster für Breacher Modelle an.

Body

Der gesamte Body, bis auf den Griff, ist aus Metall und wirkt dadurch sehr robust. Die Oberfläche ist mit einem schwarz matten Finish versehen, welches sehr hochwertig aussieht und sich auch gut anfühlt. Die Beschichtung ist jedoch sehr empfindlich und nutzt sich an den Bereichen ab, die beim Repetieren beansprucht werden. Dies geschieht auch ziemlich schnell und kann nicht verhindert werden. So entsteht sehr schnell ein Used-Look. Besonders am Übergang vom Repetiergestänge zum Außenlauf gibt es starke Reibungspunkte und die Beschichtung ist schon bei unserem Modell hier bereits komplett abgenutzt.

Mit einer Gesamtlänge von 470 mm und einem Gewicht von 1851 Gramm ist sie zum einem extrem handlich, aber das Gewicht von fast 2 Kg gibt einem nicht das Gefühl, Spielzeug in den Händen zu halten.

Der Frontgriff sitzt stramm in der Arretierung und ist mit einem Federmechanismus im rechten Winkel klappbar. Der Griff ist fest montiert und mit ihm lässt sich die Shorty auch sehr schnell und kontrolliert repetieren. Gerade in beengten CQB Gefechten ist der Frontgriff sehr praktisch.

Der Repetiervorgang läuft sauber und es kommt nicht zum Verkanten oder zu Klemmern. Durch den Repertierweg von ca. 68 mm ist die Shorty auch schnell nachgeladen und dank der Autotriggerfunktion (Abzug gedrückt halten) sind sehr schnelle Schussfolgen möglich. Das Repetiergestänge sitzt aber leider sehr locker in der Shorty und wackelt beim Durchladen auch stark. Technisch war es bis jetzt kein Nachteil, sie lief immer sauber durch, aber haptisch ist der Repetiervorgang doch eher “klapprig”.

Der Abzug hat einen spürbaren Druckpunkt, so lässt sich die Shorty gut abschlagen. Hinter dem Abzug befindet sich die Sicherung. Sie läuft straff und liegt etwas tiefer als der Griff. So ist es ausgeschlossen, dass der Abzug versehentlich betätigt wird.

In der unteren Tube ist am vorderen Ende ein Deckel zum Aufschrauben, dort befindet sich ein Fach. In diesem Fach kann bequem eine Schell verstaut werden. Da dieses Fach mit einem Schraubverschluss gesichert ist, kann es nicht wirklich schnell geöffnet werden – beim Spielen ist dies nicht sonderlich nützlich aber trotzdem ein nettes Gimmick.

Auf der rechten Seite der Shorty ist das Auswurffenster, welches sich beim Repetieren ein kleines Stück öffnet. Dahinter verbirgt sich die Einstellung für die Kugelanzahl pro Schussvorgang. Es besteht die Wahl zwischen drei Schuss und sechs Schuss. Wenn der Schieberegler auf der hinteren Position ist, werden pro Schuss 3 BBs abgegeben. Auf der vorderen Position kommen aus den drei Läufen insgesamt sechs BBss raus. In welcher Position der Regler gerade steht, ist über die Position der kleinen silbernen Kreuzschraube zu erkennen.

Technik

Bevor wir uns mit den technischen Komponenten der Waffe befassen, haben wir die Waffe natürlich gechront.

Hinweis
Wir haben vorsorglich mit 0.20 Gramm BBs gechront, da bei vielen Events vom Veranstalter noch mit diesem Gewicht gemessen wird. Die andere Messung wurde bewusst mit schweren BBs durchgeführt. Chronotest mit 1.0 Mpa / 145 Psi / 10 Bar Gasdruck bei 20 °C, die Raumtemperatur lag bei ca. 23 °C
Gewicht Energie
0.20 Gramm ~0.40 Joule
0.25 Gramm ~0.53 Joule

 

Schrotflinten stellen den Chrono vor eine Herausforderung: 3 BBs die gleichzeitig durch die Öffnung fliegen, verfälschen das Ergebnis. Wir haben daher nur 1 BB pro Shell geladen, um ein “realistisches” Ergebnis zu bekommen. Durch die leeren Läufe strömt eine Menge Gas, welcher am Ende des Laufes zu einer kleinen Gaswolke wird. Diese Gaswolke sorgt für schwankende Chronoergebnisse.

Wie bei jeder von Gas betriebenen Airsoft kann die Energie natürlich mit dem verwendeten Gas angepasst werden.

Welches Gas verwendet werden sollte, hängt natürlich von der anstehenden Witterung ab. Im Sommer erzielt Green Gas die besten Ergebnisse. Unter 10°C sollte Red Gas verwendet werden und unter 5°C auf Black Gas. Black Gas sollte aber nicht bei wärmeren Temperaturen genutzt werden, sonst könnte die Shorty einen Schaden davontragen!

Eine Übersicht der verschiedenen Gassorten und deren Eigenschaften findet ihr hier:

Unterschiede des Nimrod Gas

Leight Performance Blue Gas:

Ein großartiges Allround-Gas für heiße Sommertage, Pistolen mit Kunststoffschlitten oder NBB Waffen. Nicht geeignet für kalte Temperaturen oder schwere Metallschlitten. Verfügt über einen sehr stabilen Gasdruck, eine außergewöhnliche Flugbahnkontrolle und erhöht die Leistung der Waffe erheblich.

Druck bei 20°C: 0.8 Mpa / 116 Psi / 0.8 Bar

 

Standard Performance Green Gas:

Ein großartiges Allround-Gas für den Frühjahrs-, Sommer- und Herbsteinsatz, geeignet für eine breite Palette von Airsoft-Pistolen und Gewehren. Nicht geeignet für kalte Wintertemperaturen. Verfügt über einen sehr stabilen Gasdruck, eine außergewöhnliche Flugbahnregelung, einen niedrigen Temperaturwirkungsgrad und erhöht die Leistung der Waffe erheblich.

Druck bei 20°C: 1.0 Mpa / 145 Psi / 10 Bar

 

Professional Performance Red Gas:

Ein leistungsstarkes Gas für den ganzjährigen Einsatz einschließlich Winterzeit. Geeignet für eine breite Palette von Airsoft Pistolen und Gewehre. Nicht geeignet für sehr kalte Wintertemperaturen. Verfügt über einen sehr stabilen Gasdruck, eine außergewöhnliche Flugbahnregelung, einen niedrigen Temperaturwirkungsgrad und erhöht die Leistung der Waffe erheblich.

Druck bei 20°C: 1.2 Mpa / 174 Psi / 12 Bar

 

Extreme Performance Black Gas:

Ein extrem leistungsstarkes Gas. Geeignet für den Wintereinsatz und High-End-Metallpistolen und Gewehren. Unsachgemäße Verwendung kann zu Schäden an der Pistole, Gewehr, Granate und Magazinen führen. Verfügt über einen sehr stabilen Gasdruck, eine außergewöhnliche Flugbahnregelung, einen niedrigen Temperaturwirkungsgrad und erhöht die Leistung der Waffe erheblich.

Druck bei 20°C: 1.4 Mpa / 203 Psi / 14 Bar

Quelle Nimrod Tactical

Mit dem Green Gas haben wir 37 Schussvorgänge geschafft, ohne dass wir unter 0.2 Joule gefallen sind.

Die Schussleistung bei Kälte haben wir natürlich auch getestet. Die Shorty lag hierfür 24 Stunden im Kühlschrank.  Die Leistung war überraschend gut, alle 3 mitgelieferten Shells haben wir ohne Probleme mit der ST870G S verschießen können.

Internals

Die ST870G S basiert auf dem bewährten System von Cyma.

Der Großteil der Internals sind aus Kunststoff. Die Teile, die bei dem Repetiervorgang beansprucht werden, bestehen aus Zink. Dadurch vermittelt sie das Gefühl, dass eine gewisse Langlebigkeit besteht. Durch die passgenaue Form der Einzelteile ist auch ein Verkanten der unterschiedlich harten Materialien nahezu ausgeschlossen.

Die Aluminiumhülle verbindet die äußeren Teile mit den Inneren. Bei einigen beweglichen Teilen sowie der Gasführung kommt Zinkdruckguss zum Einsatz. Die drei Läufe und das Nozzle bestehen aus Messing.

Die Zinkdruckgussteile machen einen ordentlichen Eindruck und die Materialstärke ist den jeweiligen Anforderungen entsprechend angepasst.

Durch den Gasantrieb wird die Shorty nicht so stark belastet wie ein Federdruckpendant. Bei einer Federdruck betriebenen Schrotflinte hat das gesamte System mehr Verschleiß, da immer gegen die Feder gearbeitet werden muss. Bei der Shorty wird durch das Repetieren nur drei oder eben sechs neue BBs geladen und durch den Abzug Gas freigegeben. Das Gas treibt die BBs aus den drei Läufen und der Schuss bricht.

HopUp und Lauf

Die Innenläufe sind 160 mm lang und von innen sehr gut aufpoliert. Die Läufe werden am hinteren Ende durch die HopUp Unit gehalten und im vorderen Bereich von einem Abstandshalter fixiert.

Die HopUp Unit ist nicht verstellbar. Um eine optimale Schussleistung zu erreichen, muss das passende BB Gewicht gewählt werden. Wir hatten optimale Ergebnisse mit 0.25 g bei ca. 25°C. Sollte man Aufgrund der Temperatur ein anderes Gas nutzen, kann es nötig sein auch das BB-Gewicht anpassen zu müssen.

Das Kugelgewicht von 0.25 g ist gut geeignet für das nicht einstellbare HopUp. Kugeln mit 0.2 g haben teilweise etwas OverHop und die 0.3 g BBs werden nicht gehoppt.

Neue HopUp-Gummis sind bei Begadi für 12.90 € erhältlich. Diese haben eine spezielle Form und sind zur Hälfte aufgeschnitten, daher passen nicht die Standard Buckings von Maple Leaf.

Praxistest

Wir haben die Shorty am 22.08.2020, auf unserem Event “MY PRECIOUS” testen können. Geladen waren 0.25 g BBs und es waren 23 °C, damit konnten wir wiederholt auf 40 m treffen. Im zweiten Modus mit 6 BBs pro Schuss sieht es schon etwas anders aus. Pro Lauf werden 2 Kugeln geladen und von der gleichen Menge Gas angetrieben. Daher ist die Streuung etwas größer, aber die Reichweite leidete nicht wirklich darunter. Wie man im Schusstest sehen kann, waren Treffer auf 40m immer noch möglich. Auf diese Entfernung flogen dann aber 4-5 BBs am Ziel vorbei.

Durch das Gasdrucksystem wird kaum Kraft (im Vergleich zu Federdruckpendants) zum Repetieren benötigt.

Fazit

Im Großen und Ganzen hat uns die S6T ST870G S sehr viel Spaß gemacht. Gerade das Repetieren verleiht der Shorty Authentizität und durch den Gasbetrieb geht dies auch sehr leicht von der Hand. Durch das leichte Repetieren sind schnelle Schussfolgen möglich. In Kombination mit der Autotriggerfunktion und dem Sechschussmodus, könne die 30 BBs sehr schnell und flächendeckend verschossen werden.

Für kleine und enge Felder oder auch im CQB ist die Shorty gut geeignet. Dank des Drei-Schuss- bzw. Sechs-Schuss-Modus, verzeiht die Shorty auch oft ein ungenaueres Zielen auf kurze Distanz. Mit weiteren Shells kommt man auch gut durch kurze Gefechte, ohne den Speedloader anzusetzen.

Trotz einiger kleineren Kritikpunkte können wir für die Shorty eine Kaufempfehlung aussprechen. In der Größe gibt es auf dem Markt kaum vergleichbare (besonders in diesem Preisrahmen) Alternativen.

 

Pro

Contra

Preis-Leistungs-Verhältnis Enges Schussbild
Wartungsarm Keine Zielhilfen
Gutes Führungsgewicht Slingaufnahme auf Kunststoff
Kugelzahl umstellbar zwischen 3 oder 6 Schuss Gastank nicht tauschbar
Bewährtes Gasdrucksystem Repetieren etwas “klapprig”
Gut für Einsteiger

Fotos

Alle obigen und ein paar zusätzliche Fotos findest du in dieser Galerie: