WE M92 Barry Burton
REVIEW

Vorwort

Die meisten von euch werden sie kennen: Die M9 oder auch Beretta Pistole (Beretta ist eigentlich der Hersteller der Waffe, trotzdem wird mit “Beretta” oft eine M9 assoziiert). Ein italienisches Produkt, das Mitte der 80er auch Einzug in die Bestände des US Militärs gefunden hat. Das Modell, welches wir euch heute vorstellen wollen, ist aber aussergewöhnlich:
Man kennt dieses spezielle Modell aus der Videospielserie “Resident Evil”: Die M92 Barry Burton aus dem Hause WE!

Erhältlich ist das gute Stück für rund 175€ bei Begadi. Dort findet ihr auch alle passenden Magazine für die Waffe – die lange Variante ist natürlich besonders schick.

Allgemeines

Abmessungen und Gewicht

Länge: 256 mm
Breite: 140 mm
Tiefe: 35 mm

Die Waffe wiegt ohne Magazin 909 Gramm und 1253 Gramm mit Magazin.

Lieferumfang

Im schicken Karton befindet sich neben der Waffe selbst ein Magazin (lange Version), das Messprotokoll, eine Explosionszeichnung und ein Imbus um den Kompensator zu demontieren.

Magazine

Es können alle gängigen M9 Magazine von WE genutzt werden – besonders toll: Auch CO² Magazine können verwendet werden! Wir haben uns aber für die Nutzung der speziellen, langen Magazine entschieden, die extra für dieses Modell entworfen worden sind.

Länge: 155 mm
Breite: 25 mm
Tiefe: 40 mm

Das Magazin wiegt 344 Gramm.

Chronoergebnis

Bei 15° Außentemperatur belief sich das Chronoergebnis mit 0.20 G&G BBs auf 0.71J bis 0.79J.

Verarbeitung

Außen

Die Verarbeitung wirkt von Anfang an wertig! Der Schlitten wackelt kaum und auch der Außenlauf hat nur geringes Spiel. Die Magazine sitzen gut. Sie haben ein klein wenig Spiel, sitzen also nicht so fest wie HiCapa Magazine in einer TM 5.1, aber keinesfalls störend. Das finden wir besonders wichtig zu erwähnen, da sie wirklich lang sind und einen tiefen Schwerpunkt haben. Ein Wackeln wäre fatal gewesen.

Der Sicherungshebel ist beidseitig bedienbar.

Die Griffschalen sind aus Plastik und in Holzoptik gehalten. Nur bei genauem Hinschauen aus kurzer Entfernung lässt sich erkennen, dass es sich nicht um echtes Holz handelt. Das Korn ist mit einem weißen Punkt markiert, was das Anvisieren deutlich beschleunigt. Weder Außenlauf noch Schlitten haben großartig Spiel (deutlich unter 1mm). Für Liebhaber der Resident Evil Serie sind natürlich die STARS Markings sehr schön. Besonders die Farbkombination gold, schwarz und dunkelbraun am Griff sehen spitze aus.

Innen

Der Schlitten kann abgezogen werden, wenn auf der rechten Seite der Waffe der Knopf betätigt und gleichzeitig der Hebel auf der linken Seite umgelegt wird (vorher muss selbstverständlich der Kompensator abgenommen werden – das geht zum Glück mit dem Entfernen einer Schraube relativ einfach). Danach blickt man auf das Innere der Pistole.

Der Zugang zur HopUp Unit ist leider sehr umständlich. Der Schlitten muss abgenommen und die Recoilspring inkl. Spring Guide entfernt werden. Danach muss der Außenlauf herausgenommen und die HU Kammer samt Lauf aus dem Außenlauf genommen werden, um an die kleine Verstellschraube zu gelangen. Die Schraube ist relativ leichtgängig und wir haben diese mit später mit Schraubensicherung fixiert.

Zwei kleine Hinweise: Die Recoilspring ist richtungsgebunden! Am Laufende ist die Feder etwas breiter im Durchmesser und wird so im Inneren des Kompensators gehalten. Verbaut man sie falsch rum, klemmt der Schlitten beim Zusammenbau. Der Innenlauf hat ein wenig Spiel in der HU Unit. Zwei Lagen Teflonband beheben das.

Besonders die kleine Sprungfeder, die die Führungsflosse der HopUp-Kammer hält, ist nicht fixiert und springt gerne mal weg.

Der Lauf ist leider kein Standard-GBB Lauf sondern eine Eigenentwicklung. Dementsprechend sind die normalen Tuningläufe nicht kompatibel und es können auch keine Aftermarket GBB-Gummis eingebaut werden. Nozzle und Nozzledichtung waren einwandfrei, hier gab es nichts zu beanstanden.

Die gesamte Waffe war schön geschmiert – nicht zu viel, nicht zu wenig.

Praxistest

Das Wochenende vom 01.09. bis 02.09. waren wir in Dortmund und haben die dortigen Felder besucht. Am Samstag “The Hill” in Meschede und am Sonntag “5 Blocks” in Weeze. Beide Felder sind sehr CQB intensiv und somit konnten wir die Pistole gut gebrauchten und intensiv testen. Wir waren beide Tage zu viert unterwegs und jeder ist mal in den Genuss der Nutzung gekommen – der Praxistest beinhaltet also das Meinungsbild von vier erfahrenen Spielern. Genutzt wurde zum größten Teil Abbey Predator Ultra Gas und zum Testen Coleman Propan.

Über das gesamte Wochenende haben wir ca. 30 Magazine mit der Waffe verschossen, also rund 900 (!) Schuss an zwei Spieltagen.

Das Einstellen des HopUps war wirklich anstrengend und zeitintensiv. Die kleine Feder (der HU-Führungsflosse, Erklärung siehe oben) ist uns auch ein paar Mal weggesprungen und musste mit Adleraugen gesucht werden. Es hat sich aber gelohnt: 0.32er Lonex BBs konnten wir problemlos hoppen. Auch schwerere BBs wären kein Problem gewesen. Die kleine Einstellschraube war (wie oben erwähnt) sehr leichtgängig und hatte sich einmal verstellt. Danach haben wir sie mit mittelfester Schraubensicherung fixiert (trotzdem ließ sie sich drehen, wenn auch mit etwas mehr Druck, was in diesem Fall so von uns gewünscht war).

Der Abzugsweg ist für unseren persönlichen Geschmack ein bisschen lang. Nach kurzer Eingewöhnungszeit aber kein Problem mehr.

Der Rückstoß ist deutlich stärker als bei einer TM HiCapa 5.1 und macht richtig Spaß! Dabei ist das gute Stück auch ordentlich laut und hört sich sehr brachial an.

Der Schlittenfang hat ausnahmslos immer gegriffen – auch wenn sich nur noch wenig Gas im Magazin befunden hat.

Manntreffer auf 50m waren problemlos möglich.

Hier sind ein paar Fotos nach intensiver Nutzung, mehr Fotos findet ihr weiter unten in der Galerie.

Wir finden, dass die Abnutzung für diese Anzahl an Schussvorgängen sich absolut sehen lassen kann! Die Magazine scheinen ebenfalls eine hochwertige Lackierung zu haben, trotz der intensiven Benutzung (ja, so ein Magazin kann man auch schonmal fallen lassen) sind hier kaum Abnutzungsspuren zu sehen.

Fazit

Wer damit leben kann, dass das erstmalige Einstellen des HopUps wirklich anstrengend ist, für den ist das eine wunderbare Waffe. Es gibt “effektivere” Alternativen, die handlicher, kompakter und leichter sind (Glock, HiCapa, 1911 etc.) – dafür sind diese Modelle aber auch wesentlich häufiger auf den Feldern zu sehen. Die Barry Burton ist eine Rarität und ein absoluter Hingucker.

Fotos

Alle obigen und ein paar zusätzliche Fotos findest du in dieser Galerie: